barrierefreies WebDesign und SEO

Barrierefreies WebDesign oder der Fluch der falschen Übersetzung und was hat barrierefreies WebDesign mit SEO - der Suchmaschinenoptimierung zu tun. Hilft es oder schadets gar. Irrtümer, Mythen und meine Sicht der Dinge zum Thema.

barrierefreie SEO sind erfolgreich
 barrierefreies WebDesign und SEO

Tobias vom Blogging Magazin veröffentlichte einen Artikel zum Thema: SEO und barrierefrei. Ich möchte mich an diese Diskussion anhängen und erklären wieso barrierefreies WebDesign keine sozialarbeiterische Tat, sondern wirtschaftliche Notwendigkeit für jeden ist.

Wer auch in Jahren noch Vorne mit dabei sein will bei den Suchmaschinen wird nicht umhin kommen sich mit der Zugänglichkeit- accessibility- auseinanderzusetzen. Auch und grade eben die SEO.

Tobias beschreibt dabei den Begriff barrierefrei so:

……Begriff Barrierefreiheit erläutern. Im Internet versteht man darunter Websites bzw. die darauf enthaltenen Informationen, die für eingeschränkte und uneingeschränkte Menschen gleichermaßen zugänglich sind.

Diese Beschreibung reduziert den Begriff “barrierefrei” zumindest für das WWW.

Accessibility

Als die Diskussionen und die Möglichkeit für zugängliche (accessible) Websites immer klarer wurden war fast zeitgleich auch die Politik im Zugzwang für Menschen mit Behinderungen nutzbare Webauftritte zu gestalten.

Barrierefreies WebDesign war dann das Zauberwort. Die Webseiten, die zum Thema Autoritäten sind, weil deren Inhalt einfach wirklich sehr gut ist, nennen sich auch barrierefreies WebDesign und bedienen fast alle den Aspekt der Zugänglichkeit einer Webseite für Menschen mit Behinderungen.

So wurde barrierefreies WebDesign im deutschsprachigen Raum bekannt. Was anfangs der Bekanntheit gute Dienste tat wird jetzt nach und nach zum Bumerang.

Wie kann der Begriff “barrierefrei” zum Bumerang werden

Weil er in unseren Köpfen Menschen mit Behinderungen erzeugt. Hören wir oder lesen wir barrierefrei, dann denken wir an Menschen mit Mobilitätshilfen wie Rollstuhl oder haben Seheingeschränkte Menschen vor uns.

Sofort kommt dann von vielen zukünftigen Website Besitzern: Die sind nicht meine Zielgruppe!

1. Ist dies oftmals falsch, denn auch der Mann im Rollstuhl kann für seine Kids online ein Fahrrad kaufen. Oder die blinde Mutter kann für ihre Kids bei Ebay Ski ersteigern wollen.

2. Ist für viele Entscheider barrierefreies WebDesign sowas wie ein sozialarbeiterisches Engagement der Firma.

Dazu kommt, dass wirklich viele “Herzeige barrierefreie Webseiten” einfach langweilig aussehen.

Statt barrierefrei “accessibility” und der SEO der Zukunft muß zugreifen

Der Marktführer Google schreibt:

Das Ziel von Google besteht darin, die Informationen der Welt zu organisieren und allgemein nutzbar und zugänglich zu machen.Corporate Google

Nimmt man den englischen Begriff der auf Deutsch “Zugänglichkeit” bedeutet als das vordergründige Merkmal von barrierefreiem WebDesign dann muß jeder SEO hellhörig werden, weil er sonst Morgen nicht mehr mit dabei ist.

wo profitiert der SEO von barrierefreiem WebDesign

Plattformunabhängigkeit: ob PDA, ob das Betriebssystem X oder Z oder Apple, ob der kleinste Monitor oder ein 30 Zoller, der User kann die Website benutzen. Kann der User eine Website benutzen bleibt er auf dieser. Kann er dies nicht verläßt er die schneller als einen Seo lieb ist und Google hat das Patent zur Traffic Messung sicher nicht aus Spaß.

Semantik: Google mag semantisch korrekte HTML Auszeichnungen. Es ist wichtig für die Onpage Optimierung, ob die Überschrift mit h1 oder h6 ausgezeichnet ist und als SEO sollte man den Unterschied zwischen der Verwendung eines “b” oder “strong” wissen. Google weiß ihn auch.

Semantische Suche ist sicherlich die Zukunft. Als SEO sollte man Semantik verstehen und auch inhaltlich nutzen können. Tools sind wunderbar – aber ersetzen nicht immer den oft kruden Verstand eines Menschen. Was gehört semantisch korrekt zu diesem oder jenem Inhalt? – Dies bringt den Platz an der Sonne beim Marktführer und den Platz im Herzen der Suchenden, die gerne eine Webseite bookmarken wo sie finden, statt suchen müssen.

Inhalte für alle zugänglich machen: Ja Google ist technisch wunderbar, bald kann es vielleicht sogar wirklich Flash komplett spidern. Bis dahin mag es Seo technisch klug sein, nicht nur einen Podcast anzubieten, sondern den Inhalt auch nachlesbar und Bilder gut mit “alt” Texten zu versorgen damit sich Googlebot auskennt – und der Seheingeschränkte oder Gehörlose Nutzer profitiert gleich mit.

Navigation: Heute noch graut jeden SEO, wenn er Links mit JS Scripten versehen sieht und motorisch eingeschränkte Nutzer, graut es genauso. ;)

Surf mal nur mit einem kleinen Notepad auf so mancher Seite und man versteht mich. Hat man nur die Tasten gibt man bei vielen auf.

Klar mag jetzt der SEO sagen, vordergründig ist dies nicht mein Job, doch man fühlt sich doch wie Sysiphos, wenn man per SUMA Besucher auf eine Webseite schaufelt, die mit einer Absprungrate von 90% aufwartet.

Praxisbeispiel: Breadcrumbs – die Brotkrummen Navigation, erkennbar oft an den Worten “Sie sind hier:”. Der SEO freut sich über die interne Verlinkung der User an der Zugänglichkeit der Seite.

Landigpages:Inhalte klar und einfach aufbereiten. Verführen und kurz und bündig, das bieten was der Surfer sucht und finden mag. Einfache Sprache mag barrierefreies WebDesign – nun besser kann es sich da nicht mehr treffen, oder?

Formulare: Sollen die Besucher zu Kunden werden und kaufen, oder per E-Mail Kontakt aufnehmen und der SEO arbeitet gut, dann muß er darauf achten, dass die Leute, die per Suchmaschine kommen auch wirklich dies dann tun können. Naja zumindest ich verstehe unter SEO nicht nur Linkbuilding, sondern wirklich gute onpage Optimierung und Formulare, die abschrecken halten keinen Kunden.

Strikte Trennung von Code und Layout: Da streiten sich vermutlich noch die nächsten Jahrzehnte die Leut, weil es eben Websites gibt, die mit absolut kaputtem HTML gut ranken. Logisch funktioniert dies, bloß: Mit einem Trabi komm ich auch von A nach B, doch mit einem modernen Auto aus dem Jahr 2008 geht dies komfortabler und leichter. :zwinker:

finanzielle Gründe für und wider barrierefreies WebDesign

Strikte Trennung von Code und Layout macht das notwendige Anpassen eines Designs an modernen Standards leichter und kostengünstiger. Heute getrennt und in 2 Jahren ganz leicht ein völlig neues Design.

Viele WebDesigner verlangen für barrierefreies WebDesign sehr viel mehr – dass es oft dann nicht geliefert wird ist wieder eine andere Sache.

Ist eine Webseite gut zugänglich hält sie den Besucher, kann sich in den Suchmaschinen leichter behaupten, vor allem ganz oben, da wo es um tausendstel Unterschiede geht.

Da oben wo es relevant wird wo eine Webseite gehosted wird und es nicht nur um das Thema geht, dass Männer seit “Jahrtausenden” zum Geld ausgeben verleitet ;)

Literatur:

  1. Ausnahmsweise verlink ich mal auf Wikipedia – einfach weil diese Seite derzeit eine für mich gute Zusammenfassung bietet: Barrierefreies WebDesign.
  2. barrierefrei und zugänglich.
  3. Sistrix Semantik der Überschriften.
  4. Semantische Suche und Seo.
  5. Keine Semantik in der Google Suche, vor allem der Kommentar ist verdammt gut.
  6. Wo sucht der Mensch .
  7. Landingpages.
  8. HTML Tags visualisiert, lustvoll und hilfreich diese Aktion.
  9. Googles Patent Traffic.
mts


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14Kommentare zu : barrierefreies WebDesign und SEO

10 Kommentare
  1. 1

    Semantik: Schon witzig, dass ich meinen Doktorarbeit über das Thema Semantik und Kontext schreiben will. Ich finde, dass dieser Begriff stark überstrapaziert wird und eigentlich nicht wirklich etwas mit HTML zu tun hat. Etwas als Überschrift auszuzeichnen ist noch lange keine Semantik, denn es beschreibt nicht das Subjekt. Soetwas ist mehr als Metadatum zu verstehen.

    Viele Grüße

    PS: Ich hatte im ersten Entwurf des Artikels barrierefrei auch in Sinne der allg. Barrierefreiheit für Gebäude etc. beschrieben. Da es aber nicht direkt zu meiner Zielgruppe gehört und schwer zu vermitteln war, ist der Absatz rausgeflogen. :)

    edit von mts

    Name ist ein Name ist ein Name …….

  2. 2

    HTML ist doch eine Auszeichnungssprache. Semantik ist die Bedeutungslehre. Daher hat es schon was damit zu tun, ob man einen Inhalt als Überschrift 1. Ordnung auszeichnet oder als Überschrift 6. Ordnung.

    Was meinst Du mit: “Denn es beschreibt nicht das Subjekt” ?

  3. 3

    Aus Suchmaschinensicht spielt eine tatsächliche Barrierefreiheit doch gar keine Rolle. Die sind da sehr tolerant, so dass eine gewisse Zugänglichkeit (von Webstandardkonformität will ich gar nicht erst reden) absolut ausreicht. Sind Überschriften klug gewählt und als solche ausgezeichnet und befinden sich die wichtigen Inhalte im Code noch weit oben, sind Suchmaschinen bereits optimal bedient. Daher macht XHTML mit CSS aus Suchmaschinensicht soweit Sinn, als dadurch meist obige Kriterien erfüllt werden.
    Dass die Ausrichtung an Webstandards und Barrierefreiheit weitere Vorteile haben kannm hast Du oben sehr schön beschrieben. Mit SEO hat das meines Erachtens dann aber schon nichts mehr zu tun.

  4. Autor mts von WebDesign-in.de mts
    4

    Hallo Robert,

    wer onpage optimiert – macht eine Webseite im Normalfall bereits gut zugänglich, weil die Zugänglichkeitskriterien ja nicht nur das html betreffen.

    Bloß valides xhtml und die Trennung von html und css sind halt die bekanntesten Dinge ,die viele von *barreriefreiem WebDesign* wissen.

    Doch dies ist es ja nicht alleine, bei weitem nicht.

    Beispiel: Du hast ein CMS, das bei 10 Artikeln auf der Startseite stets:weiterlesen drin hat.

    Laienhaft ausgedrückt: diese Seite wird auf *weiterlesen* optimiert.
    interne Verlinkung geht mit dem Ankertext:weiterlesen auf die Jagd in den Serps ;)

    Sowohl die BITV Verordnung wie der gesunde Menschenverstand eines SEOs sagt sich:das ist falsch und irreführend. ;)

    lg

  5. 5

    Naja, man sieht gleich das du kein SEO betreibst. Denn will der Webseitenbesitzer was vor Google verstecken dann wird der Content z.B. per Ajax eingebunden. Ein kleines Beispiel du betreibst sagen wir mal einen Preisvergleich. Und da die einzelnen Shops in der Regel immer die gleiche Beschreibung und die gleiche Überschrift für ein Produkt haben bindest du die Shops per Ajax auf deine Seite ein. Denn ein Seo will ja kein Keywordstaffing betreiben ;) Desweiteren schreibst du oben das Google den Unterschied zwischen “strong” und “bold” kennt. Da muss ich leider sagen das Google den Unterschied nicht kennt. Denn auf die Serps bezogen ist es Google vollkommen egal ob du “bold” oder “strong” auf deiner Webseite verwendest. Und seitdem es Web 2.0 gibt wird immer mehr mit Javascript gearbeitet. Und wie man sieht schadet es den Webseiten nicht :) .

  6. 6

    Ich wil mich ja nicht als nooby outen, aber erklär mit doch bitte mal den Unterschid zwischen bold und strong.

  7. Autor mts von WebDesign-in.de mts
    7

    Habe ich doch glatt gemacht Hans

    Unterschied bold strong.

    ;)

    lg

  8. Autor mts von WebDesign-in.de mts
    8

    Hi Maik ich fand Deinen Kommentar im Akismet Filter und dacht ich hol Dich da raus.

    Ich freue mich immer wieder, wenn mir zugeschrieben wird, dass ich kein SEO mache und davon ja so gar nichts verstehe. ;)

    Hier in diesem Artikel ging es nicht um Praktiken *wie versteckt man Inhalt* ;)

    Das wäre eine ganz andere Baustelle und über solche schreibe ich öffentlich sicher nichts. :zwinker:

    lg

  9. 9

    Bei den meisten CMS ist außer dem Link “weiterlesen” auch noch der Titel verlinkt. Und da der im Quelltext zuerst kommt, werden die Artikel nicht auf “weiterlesen”, sondern auf den Artikeltext optimiert.

    Den Artikel finde ich eine schöne Übersicht, auch wenn er jetzt nicht allzu sehr in die Tiefe geht.

    Siehst du (oder ihr anderen hier) eigentlich eine klare Grenze zwischen Accessibility und Usability? Mir scheint es eine eher künstliche Trennung zu sein – Usability als Konzept für “Normale”, Accessibility für “Behinderte”. Man kann es ja auch so sehen: z.B. die Beine nicht bewegen zu können, hindert einen nicht an der Benutzung eines Computers; wenn aber ein Elternteil während dem Surfen ein Kind in den Schlaf wiegt, ist er wahrscheinlich “motorisch eingeschränkt” (nur mal so als Beispiel, bei Einfach für alle gab es da mal einen Artikel mit vielen dieser Beispiele).

  10. Autor mts von WebDesign-in.de mts
    10

    usability kann eine Webseite auch sein, wenn sie nicht mit vielen Geräten benutzbar ist.
    umgekehrt kann eine Webseite, die mit vielen Geräten nutzbar ist, nicht accessibility sein.

    die technische und die “menschliche” Benutzbarkeit zu treffen wäre wunderbar.
    technisch mit allem nutzbar und gleichzeitig das Prinzip “don’t let me think” zu liefern..

    nicht immer gleich machbar und leicht machbar, aber eben das ideal.

    lg

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