Blog.Zeitgrund- Interview
Interview mit Olaf Baumann über seinem blog.zeitgrund.de. Ein klassischer Webtagebuch Blogger, der viel seiner freien Zeit im WordPress.de Team verbringt. Website Promotion auch als Dank für ehrenamtliches Engagement.
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Blog.Zeitgrund.de
Gefaßte Gedanken über Internet, Menschliches, Musik, Schule, Weltgeschehen und neuerdings auch Zivi. 
Auch wenn Olaf im Interview mal verlauten läßt, dass er ja ‘nicht so genau’ sei, bin ich mir sehr sicher, dass er seine Mitarbeit im WordPress.de Team mehr als genau nimmt.
Mit unendlicher Geduld zieht er den Hilfesuchenden mit Fragen die Beschreibung des Problems aus der Nase, damit geholfen werden kann.
Dass er so “nebenbei” das Fachabitur machte, war nicht zu bemerken.
Sein Blog ist ein klassisches Web Tagebuch. Mag auch der Hintergrund sich in Grau zeigen, dort zu lesen zeigt mir immer wieder die Buntheit des Lebens.
Steckbrief
÷ Olaf Baumann ÷
Alter: Es geht unaufhaltsam auf die 20 zu (19)
Dein Beruf: Frischgebackener Fachabiturient, demnächst Zivi
Blogger seit: 29. März 2004
Deine Website:Blog.Zeitgrund.de
Welches Buch hast Du zuletzt gelesen?
Die UK-Augabe von “ring” (Koji Suzuki)
Bevorzugte Musikrichtung:
Indie & Alternative
Ereignisse in letzter Zeit, die Dich auf die Palme brachten:
<< Ich habe diese Nacht nicht geschlafen” gerne hätte ich es getan, aber stellte sich einfach kein Müdigkeitsgefühl ein. Nun bin ich seit 30 Stunden wach.
<< Eine Englischlehrerin, die in der Abschlussprüfung in Sachen Wortanzahl “about” schreibt, aber “at least” meint. Dementsprechend hatte ich nur die Mindestanzahl an Wörtern, was eine Abwertung brachte. Darüber könnte ich mich immer noch mit ihr streiten.
Ereignisse in letzter Zeit, die Dich zum Schmunzeln brachten:
>> Meine Mutter rechtfertigte den kürzlichen Kauf von billigen FIFA WM-Pseudo- Deutschlandtrikots mit irgendwann einmal vorhandenen Enkelkindern.
>> Die Entdeckung, dass im Land Brandenburg Waldwege ohne Autoverkehr, mit Luxus- Bahnübergängen im sechsstelligen Euro-Bereich versehen sind.
>> Ein Interview mit einem senilen Berliner Winzer auf SPON, der unter anderem das Glück hatte, dass er nicht in Stalingrad war, obwohl er in Stalingrad war.
Wann und durch wen oder wie hast Du das erste Mal erfahren, dass man überhaupt Bloggen kann?
Olaf: Online-Tagebücher an sich waren mir schon länger bekannt.
Ende März 2004 bekam ich von einer Bekannten über ICQ die folgende Nachricht:
“ich weiß nicht, ob du der Typ bist für sowas- oder nicht. www.myblog.de ich schreib da seit Neuestem recht regelmäßig. Mir hilft es in manchen Situationen-”
Und die Situation bei mir war, dass eine Dame mein Leben “etwas” durcheinander brachte.
Ich meldete mich sofort an und fing an zu schreiben. Es war das Verarbeiten von Gefühlen.
Nach über einem Jahr bei myblog gab es dann nicht mehr viel über Gefühle zu berichten und ich hatte auch keine weitere Lust auf die Macken der Plattform. Ein alter Blog ging, ein neuer entstand” unter technischer Eigenregie.
Wie kamst Du auf den Titel Deines Blogs?
Olaf: zeitgrund.de existiert schon länger als der Blog.
Damals, im Sommer 2004 galt es, eine prägnante und attraktive Domain zu finden.
Kathi (blog.gegenfrage.de) hatte dann den tollen Einfall. Kurz darauf war die Domain registriert und ein Jahr später setzte ich meinen neuen Blog auf.
Über einen Namen machte ich mir keine Gedanken, aber irgendetwas musste man ja eintragen.
Also wurde es blog.zeitgrund.de bzw. zeitgrund blog” mir fehlt es da etwas an Konsequenz.
Für wen bloggst Du?
Olaf: Hauptsächlich für einen engeren Freundeskreis, der mich überwiegend persönlich kennt.
Über andere Besucher und frischen Wind freue ich mich natürlich auch, allerdings betreibe ich keine nennenswerte Werbung für den Blog.
Was ist für Dich die Blogosphäre? Wofür erachtest Du sie als nützlich? Kennst Du Web 2.0 und wenn ja was ist das für Dich?
Olaf: Die Blogosphäre ist das unsichtbare Netz, welches die vielen Blogs und Menschen miteinander verknüpft. Diese ungeheure Vielfalt an Plattformen, in die man abtauchen kann. Man klickt sich von Blog zu Blog und durch, entdeckt viel Neues, kommt aber vielleicht nachdem dem fünften schon wieder zum Ausgangspunkt zurück.
Wie die Wirksamkeit von Blogs für die Verbreitung von Kampagnen oder Nachrichten sind, wurde ja schon mehrmals eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Allerdings verhalte ich mich da eher passiv. Ich muss keinen Trackback/Artikel zu einem Eintrag/Thema setzen/schreiben, über den schon tausend Andere berichtet haben.
Web 2.0 ist für mich vor allem das, was technisch passiert. Man macht sich Gedanken um Webstandards, Interkonnektivität zwischen verschiedensten Diensten gewinnt immer mehr an Bedeutung, es gibt neue Applikationen und Trends wie flickr oder youtube zum umfassenden Austausch von Inhalten. Jeder kann teilhaben und mitmachen.
Es gibt unendlich viele Ratschläge für Jungblogger. Blogs mit guten Tipps wie man morgen Millionär oder der größte Blogger sein kann gibt es jede Menge.
Wenn Dich ein Jungblogger fragt auf was er aufpassen sollte, wie ist Deine Antwort?
Olaf: Kleistere deinen Blog nicht mit Google-Ads oder sonstigem Nervzeug zu, der nichts mit dem Inhalt zu tun. Ich finde so was einfach nur ätzend und verlasse solch Blogs meist fluchtartig. Wer mit seinem Geschreibsel Geld verdienen will, sollte Kolumnist bei einer Zeitung werden.
Außerdem: Die Blogroll sollte kein Statussymbol sein. Ich habe schon Probleme, regelmäßig die wenigen Blogs anzuschauen, die ich verlinkt habe.
Der Zehntausendste Link zum Shopblogger ist übrigens auch keine Überraschung mehr.
Was bloggst du?
Olaf: Hauptsächlich Beobachtungen, Bemerkenswertes, Gedanken, Erlebtes und hier und da auch Fotos.
Weiß deine Familie von Deinem Blog?
Olaf: Nein. Und das soll auch so bleiben. Ich hätte keine gutes Gefühl, wenn sie mitlesen würden.
Wie offen schreibst Du; lässt Du viel nach Außen blicken?
Olaf: Seit zeitgrund blogge ich eher Gefühlsarm. Das hat sich nach und nach ergeben. Mittlerweile ist es mir peinlich, was ich, situationsbedingt, im alten Blog schrieb. Ich will den Mist auch selber nicht mehr lesen. Wenn mich etwas tief bewegt, muss das nicht mehr die ganze Menschheit oder ein Teil von ihr wissen. Ich befürchte, dass man dem Blog das auch anmerkt und er deshalb eher kühl und nüchtern wirkt. Beurteilen kann ich das allerdings nicht.

- Olaf Baumann
Hast Du eine Frage an mich und wenn ja welche? (heißt nicht, dass ich sie beantworte
)
Olaf: Glaubst du, dass Blogging nur ein vorübergehender Trend ist?
Stell Dir vor jemand hindert Dich daran zu bloggen. Du kommst nicht einmal mehr ins Internet. Was würdest Du dann tun?
Olaf: Dem Blog keine Träne nachweinen und mehr mit Freunden reden.
Was wünscht Du allen Bloggern da draußen in den Weiten des Netzes?
Olaf: Dass sie von Spammern, Anwälten verschont bleiben.
Und sie Backups nicht vernachlässigen sollten. Datenverlust soll keinen schönen Blog dahinraffen dürfen.
Postscriptum:
Olaf: Glaubst du, dass Blogging nur ein vorübergehender Trend ist?
ist Blogging nur ein vorübergehender Trend…
Basis Know-how CSS
Internetmarketing
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zu : Blog.Zeitgrund- Interview
7 Kommentare
1 Trackback
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About me- Antworten und andere Rätsel,
[ 11.07.06 um 15:06 ]
[...] Olaf:Glaubst du, dass Blogging nur ein vorübergehender Trend ist? [...]
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endlich ist das interview online… liest sich super. glückwunsch euch beiden.
Mir gefällts auch! Schön, mal einen “Dialog” mit dir zu lesen, Olaf!
Super
Ich würde mich aber freuen, wenn meine Familie mitlesen würde. Wobei, die wissen nichtmal die Domain.
Das interessiert Muddi bestimmt sowie so nicht *g*
Ähm, tolles Interview
Insbesondere finde ich als Brandenburger das mit den Bahnübergängen ja nun überhaupt nicht zum Schmunzel. Aber dieses sinnlose Geldrausschmeißen gibt es ja (leider) überall.
Schöne Antworten!
Dankeschön Ingrid
Ich bin mir sicher, der Zivildienst ist eine gute Quelle für viele neue Blogeinträge.
jeden tag ein neuer typ dahinter – und jeden tag ein toller sogar – das war einfach eine super idee!
Olaf – alles gute beim ZiviDienst – Sohn Nr.1 von meinereiner steht das auch demnächst bevor.
schön das blogger auch mal nur für ihre freunde bloggen, interessanter beitrag, viel erfolg beim zivildienst