wieso man Blogger-sein nicht mit WordPress verwechseln darf oder-WebDesign ist Strategie

WP Logo das CMS
WP das CMS

Ursprung dieser Artikels ist die wieder einmal aufgeflackerte Diskussion: Ob man WordPress auch als CMS nutzen sollte, oder ob es doch nur als Blog tauge, weil man sonst in Google nicht gefunden wird.

Beispiele werden genannt die diese These, dass WordPress einer klassischen Webseite sicher schade und man wirft die eigenen Erfahrungen ins Spiel. Jedoch werden dabei Begriffe und deren Bedeutung in der Umsetzung des WebDesign und in der Auswahl der Software munter durcheinander gewürfelt und somit hat am Schluss jeder und keiner Recht.

Privat nennt man mich oft eine „Wortklauberin“, weil ich Begriffen genau auf den Grund gehe und sie dann so verwende wie sie entweder landläufig oder per Definition zu verwenden sind. Da ich der Meinung bin eine WebDesignerin ist nicht nur für die bunten Bildchen und die hübsche Farbe zuständig, sondern auch, dass der Kunde das bekommt was er tatsächlich will. Und die wissen dies selten genug.

  • Oft habe ich Anfragen, ob ich denn eine Homepage mit Typo3 machen könne. Frage ich nach mag der Kunde sich vorstellen, ein Gästebuch ein E-Mailformular und sonst nichts. Aber da er von Typo 3 schon mal was gehört habe, fragte er eben danach.
  • Eine ganz „echte“ Webseite möchte der Kunde haben.
    Bei Nachfrage stellt sich heraus, dass halt nur Webseiten deren URL auf .html enden für den Kunden „echte“ Webseiten sind. Aber er hat einen Verein und dort wollen an die 12 Leute was ins Internet stellen können. Und außerdem haben sie gehört man kann Fotos von Veranstaltungen gleich ins Internet stellen, das sollte da auch möglich sein bei der Webseite. Also braucht der Kunde ein CMS, dessen URLs man als .html ausgeben kann.
    Und als Draufgabe stellt sich nach vielen Gesprächen heraus, dass es doch so schön wäre, wenn man Jahre später noch verfolgen kann, was genau am Tag X getan wurde. Also ein Tagesarchiv. Naja und die Fotos vom Vereinsfest mag man auch herzeigen. Also eine Gallerie.

Blog oder Webseite das ist hier die Frage

fragt sich nicht nur [sarcasticone.com/blog-oder-webseite-das-ist-hier-die-frage/] Alexander , sondern auch ich immer wieder – und deshalb ist WebDesign erstmal Strategie.

Ob man ein Blog haben mag oder eine klassische Webseite hängt davon ab, was man mag. Nur sollte man beides niemals mischen.

Welche Software ,also welches CMS im Hintergrund läuft ist dafür erstmals völlig egal.

  1. Eine klassische Webseite hat keine Datumsangaben bei den Artikeln.
  2. Nutzt eher statische Seiten, denn Beiträge.
  3. Hat seltenst eine Kommentarfunktion.
  4. Tagcloud ist dort völlig unbekannt.
  5. RSS Feeds werden ebenfalls kaum verwendet, weil sie der normale Internetuser einfach (noch) nicht kennt.
  6. Die ganzen Vereinszeichen -Social Bookmark Button- sind bei einer klassischen Webseite ebenfalls fehl am Platz.
  7. Genauso wie das Wort Blogroll.
  8. Die Sprache orientiert sich sicher am „Sie“ und kaum am „Du“.
  9. usw…

WordPress bietet all die Möglichkeiten, die man von einem kleinen, feinen CMSerwarten kann.

Einfacher Texteditor, Codeansicht, Bilderupload. Strikte Trennung zwischen Layout und Core-Dateien. Und es bietet jede Menge an tollen Plugins, die nützliche Formulare für klassische Webseiten erstellen lassen, usw.

Support und die Sicherheitsupdates

Das wichtigste für mich ist allerdings der Support und die Sicherheitsupdates. Ich habe viele kleine CMS ausprobiert. Entweder kein Support oder man hat ein Update auf eine höhere PHP Version und das CMS funktioniert nicht mehr und es wird auch nicht weiterentwickelt. So etwas ist mehr als ärgerlich.

WordPress und das Google Ranking

Google ist eine konservative, zickige Tante, die Erbtante allerdings. Hier auf WebDesign-in.de gab es voriges Jahr monatelang keinen neuen Artikel. Dem Google Ranking tat dies absolut keinen Abbruch. Weil die Themen über die ich schreibe, kaum tagespolitischen Charakter haben-somit bin ich keine *Bloggerin*.

Habe ich ein Blog wo ich die neuesten News über Stars bringe, wird monatelanges Nichtveröffentlichen dem Blog irr Schaden.

Daher kann man eigene Erfahrung, die sich nicht am Stil des Blogs orientieren nicht verallgemeinern und schon gar nicht der Software WordPress anlasten.

Klar rankt Google neue Artikel derzeit sehr gut und dann bekommen sie ihren Platz in den Suchergebnissen, den sie aufgrund der Domainstärke und anderer Faktoren nun Mal haben.

Google macht dies deswegen, weil es *Neues* anbieten mag. Ich tät es wahrscheinlich auch. 😉

Was denkst Du dazu?

Andere Gedanken und Inspirationen zu diesem Artikel.

mts

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19 Kommentare zu “wieso man Blogger-sein nicht mit WordPress verwechseln darf oder-WebDesign ist Strategie

  1. Thomas

    Du hast vollkommen Recht.

    WordPress ist ein feines CMS was nicht nur für Blogs geeignet ist. Ich selber habe auch schon einige statische Seiteprojekte via WordPress realisiert und das war ok. Klar es ist ärgerlich das man Seiten – Urls nicht dahingehend beeinflussen kann das man ihnen einen .html oder .php anhängen kann. Falls es doch geht, mail mir eine Lösung!
    Aber wir brauchen uns nichts vormachen, Google liebt WordPress und das bezieht sich nicht nur auf Blogbeiträge sondern auch auf statische Seiten im WordPress. Man kann WordPress super mit allen möglichen Funktionalitäten erweitern, was möchte man mehr.

    Bei aller WordPress Liebe die ich hier versprühe sehe ich natürlich auch eine Gefahr in WordPress, das CMS WordPress gerät aufgrund der Popularität immer mehr ins Visier von Spammern und Hackern und erfordert dadurch auch monatlich eine gewisse Systemwartung. Dieser Aufwand macht inzwischen WordPress für solche kleinen Seitenprojekte ein bisschen unattraktiv.

  2. mts

    Hi
    naja ich kenne große Projekte mit Typo3 wo die Systemwartung auch ganz schön viel Raum und Zeit einnimmt.

    nein ich kenne keine gute Lösung an statische Seiten .html anzuhängen , allerdings wüßte ich auch nicht wozu das gut sein sollte, weil man es eigentlich nicht so braucht.

    Den Suchmaschinen ist das ehrlichst egal, das war früher anders als es fast keine mod_rewrite umgeschriebenen URls der dynamischen Seiten gab.

    lg

  3. Alexander

    Erstmal Danke natürlich für die Erwähnung. Einer Sache, die habe ich komplett unberücksichtigt gelassen, stimme ich dir voll und ganz zu. Erstmal sollte der Kunde befragt werden zu dem was er wirklich haben möchte und anschliessend zu dem beraten was er wirklich braucht.

    Die persönliche Meinung gegenüber den unterschiedlichen Systemen kann einem manchmal im Weg stehen, daher ist es wirklich ratsam zu prüfen was der Kunde will und was er dafür braucht. Das sollte im Vordergrund stehen.

  4. evident

    Hallo,

    erst einmal großes Lob und Respekt für dieses Blog hier… ich lese alle paar Tage mal! Sind wirklich gute Beiträge!

    Naja zum Thema WordPress als CMS… Ich habe auf meinem kleinen, ziemlich neuen Blog (http://www.placebo-effect.de/2008/01/24/wordpress-is-all-you-need/), in dem ich auch so einiges zum Thema Webdesign schreibe, bereits selbst einen Beitrag zum Thema WordPress als CMS verfasst.

    Jetzt sehe ich hier, dass die ganze Diskussion ja schon ziemlich verbreitet und fortgeschritten ist. Ich habe mir deshalb auch mal die anderen verlinkten Artikel, auch den von Alexander, durchgelesen und will nun mal meinen Senf zum besten geben:

    Also ich finde WordPress selbst für „normale“ Webseiten ganz gut geeignet, also zum Beispiel auch für Portfolios etc.
    Denn mittlerweile gibt es doch echt viele Möglichkeiten, wie man WordPress verändern kann. Von Gästebuchplugins über Kontaktformulare bis Fotoalben und sonstwas. Designtechnisch ist auch sehr viel zu machen. Man kann bereits eigenen PHP-Code in Artikel einbauen, wenn die eigenen Programmierkenntnisse noch nicht für eigene komplexe Plugins reichen.
    Man kann auch statische Seiten als Startseite definieren, wenn man nicht das Blog an sich sofort sichtbar haben will. Für Portfolios etc dient das eigentliche Blog dann eher als News- bzw Pressebereich. Alle anderen Sachen können über statische Seiten oder bereits bestehende Plugins erstellt werden.

    Und Vorteil von WordPress zu anderen CMS ist doch die Aktualität und die Weiterentwicklung. Viele kleinere CMS werden irgendwann nicht mehr weitergegeben und sind bei weitem nicht so entwickelt, ob rein technisch oder in der Fülle der Erweiterungen, wie die WordPress Software.

    Einziger großer Nachteil ist meiner Meinung nach die Suchmaschinenoptimierung. Man kann zwar einiges tun, aber für den PageRank bei Google ist WordPress wirklich nicht die beste Variante. Aber Besucher kommen nicht ausschließlich über Google. Schafft man es, sein Blog bekannt zu machen, so dass es zum Beispiel in Foren oder anderen Blogs verlinkt wird, dann kommen die Besucher von ganz alleine. Und dann steigt auch durch die ganzen zurückverweisenden Links auch der PageRank. Werbung machen muss man so oder so, auch wenns kein WordPress ist.

    Und aus eigener Erfahrung muss ich sagen, dass sich mit WordPress auch problemlos größere Seiten erstellen lassen. Mein größtes Projekt, eine Seite von Freunden und mir, in der wir über unser Leben und die Ereignisse in unserem Umfeld berichten, ist mittlerweile ganz schön angewachsen. Ich habe die Seite anfangs auch komplett selbst geschrieben. Das hat zwar lange funktioniert, wurde aber irgendwann auch zu stressig. Mit WordPress kann ich auhc alle erwünschten Features in mein Blog einbauen, die ich will, ob nun durch fertige Plugins oder selbstgeschriebene. Man braucht dazu dann allerdings schon Kenntnisse über die Funktionsweise von WordPress.
    Es spart letztendlich, ob nun im Erstellen oder in der Pflege und Erweiterung, erheblich Zeit gegenüber selbstgeschriebener Seiten.

    Am Ende bleibt es jedem selbst überlassen, wie er seine Webseite gestalten will. Nur man kann mit WordPress auch problemlos, leichter sogar als mit den meisten CMS, Webseiten erstellen und verwalten.

    Sicher gibt es viele Möglichkeiten, aber WordPress ist für viele Sachen auch eine brauchbare Alternative. Hauptsächlich kommt es, wie du und auch Alexander in seinem Kommentar geschrieben, hauptsächlich darauf an, was der Kunde am Ende genau will.

    Soviel dazu von mir…

    Nochmal Respekt an eure beiden Blogs! Sind echt gut!

    -Flori-

  5. mts

    Hi Flori
    recht herzlichen Dank für Deine Rückmeldung und Deinen Beitrag hier.

    Suchmaschinenoptimierung und WordPress kann sich nicht (immer) beißen, such mal nach WebDesign :zwinker:

    lg

  6. evident

    Bald bin ich mit „placebo-effect“ dann auch auf eins und nicht mehr auf Platz 6… 🙂

    -Flori-

  7. Gerd-E.

    Ich mag WordPress. Wenn man sich eingearbeitet hat, geht alles (fast) reibungslos. Kleine Macken hat jede Software. WordPress wird gepflegt und aktualisiert.
    Mit der Konzentration auf eine Sache spare ich Zeit und Nerven. Und Google mag WordPress auch!
    Wieso bekommt man „hinten“ kein .html dran?

  8. ABBLENDE

    naja oft kommt man an die grenzen von wordpress! alternativen gibt es es nur feht die funktionalität dann aus wp :o) kleine zwickmühle…

  9. BuchBuch

    Ich habe es ganz gerne wenn ich flexibel sein kann, soll heissen, ich kaempfe ab und zu mit software aber nicht professionell. Installation via fantastico scripts oder simple scripts und dann den php code etwas aufmoebeln ist alles was ich will. Das allerdings ist schnell gelernt und oeffnet die Perspektive einer groesseren Freiheit.

  10. Sergei

    Ich finde kleine Webseite, kann man schnell mit WordPress machen. Was Ranking angeht, ist auch keine Magie. Suchmaschine mögen Valide Seiten und mit WP macht man es ohne Problem.

  11. paul

    also aus meiner sich ist blog und webseite gemeinsam der beste weg, neuerdings gibt es auch cool magazine themes von wordpress die beides in einem bieten

  12. Tom

    Ein Blog ohne passende Website ist für mich nicht vorstellbar.

    WordPress ist toll zum Bloggn, aber kann meiner Meinung nach nicht eine richtig ausgearbeitete Website ersetzen.

  13. Katch

    Der Hauptvorteil von WordPress als Blog / CMS liegt an den Pings, die WordPress bei jedem neuen Beitrag sendet, was eine schnellere Indexierung zur Folge hat.

  14. Oekoblogger

    Ich kann dir beim Thema Google-Ranking und Aktualität nur recht geben. Bei meinem Ökoblog kann ich beobachten wie die Google-besucher zurück gehen, wenn ich einmal längere Zeit keine neuen Artikel publiziere. Ich glaube WordPress eignet sich deswegen meist nur für richtige Blogs die aktuell gehalten werden, es ist halt kein CMS.

  15. pandora

    Katch -> Dann muss aber auch tatsächlich ständig was aktualisiert werden, was im Falle einer CMS Nutzung ja nicht wirklich gegeben ist.

  16. mts

    ich kapier Deinen Kommentar zu diesem Artikel so gar nicht, er ist schlichtweg falsch und ständig aktualisieren kann man fast nur mit einem CMS reibungslos und einfachst –
    so einfach kann man hier keine Links abstauben, da werd ich höchstens —sehr irritiert