Das Neue beim Web 2.0 ist, dass man Vorhandenes neu kombiniert

Verivox.net berichtet von einer Konferenz in Hamburg. Der Erfinder Tim O"Reilly des Begriffes Web 2.0 beklagt sich.

……. dass viele Unternehmen es als Schlagwort bei ihren Angeboten vorschieben, ohne so recht zu verstehen, worum es überhaupt geht.

Ich gebe zu mir geht es genauso. Daher suchte ich nach Definitionen, Erklärungen was denn Web 2.0 alles so sei und wie ich mich Web 2.0 konform zu verhalten habe.

Tim O’Reilly definierte Web 2.0 so:

Web als Plattform. Kommunikation der Internetnutzer untereinander steht im Vordergrund beim Web 2.0.
Beim Web 2.0 wird das Internet zunehmend von den Nutzern selbst gestaltet und beseelt. Als Beispiel werden die Weblogs angeführt, die eine irre Wachstumsrate aufweisen.

Ross Mayfield, Geschäftsführer der Firma SocialText, erklärte es auf einer Web 2.0-Konferenz so:

Web 1.0 war Handel. Web 2.0 ist Leute. Social Media

Als charakteristische Technik für Web 2.0 wird wieder einmal Ajax ins Spiel gebracht.

Web 1.0 war Blättern. Web 2.0 ist Ajax, weil damit automatisch Teile der Website ausgetaucht und nachgeladen werden.

Meine Sicht als Antwort auf die Zitierten:

Tim O’Reilly die Usegroups des alten Web 1.0 waren mehr Kommunikation der Internetuser untereinander als ich es derzeit erlebe. Sicher sie nutzen die alte Version des Internets: Web 1.0 mit Emails. Dort in diesen Usegroups im Usenet passiert sogar wissenschaftlicher Austausch. Klar Frau Mustermann und Herr Mustermann, die ihr Pseudowissen im sogenannten Lexikon Wikipedia hergeben, werden in so Usenets sofort als Unwissende entlarvt. Das ist der Nachteil des alten Web 1.0. Man kann dort nicht so tun ‚als ob‘.

Frau Ross Mayfield, wenn Web 2.0 Leute ist und nicht mehr Handel, dann frage ich mich wieso die ..

„Ich habe gelesen, dass…“, „Bei XY fand ich , dass…“

Blogs wie die Pilze aus dem Boden schießen. Die Problogger fröhlichste Urständ feiern und kaum verwendet man das Wort SEO auf seinem Blog ist man mitten im Geschehen. Ich habe es ausprobiert.

Das Neue beim Web 2.0 ist, dass man Vorhandenes neu kombiniert, sagt Axel Kossel. Dies ist nicht neu, es ist uralt. Ich bin mir sehr sicher, dass wenn man alle Weblogs, die nur davon leben, weil sie andere zitieren streicht, Technorati keine neuen Server je anschaffen wird müssen.

Es wird gehandelt. Das Produkt heißt „Ich will auch dabei sein“ ==>Social Media und der Handel heißt Social Media Marketing.

Im alten Web 1.0 machte man ‚Webringe‘ . Damit wurde demonstriert: Ich gehör zu denen. Du zu jenen. Stellte irgendwo das Banner des Webrings auf seine Homepage und war stolz dabei sein zu dürfen.
Heute heißen die Webringe: Del icius, Furl… Sind aber schlussendlich wesentlich anonymer als im alten Web 1.0. Da kannte man sich noch untereinander. Heute sind es die Vereine des Internets.

Mögen die Weblogs auch schnell untereinander im Blogroll verlinkt sein. Möge Ajax auch die absolute Freiheit erlauben (und irgendwann auch wirklich benutzerfreundlich werden ) .

Solange der normale Internetbenutzer nichts davon weiß und es vermutlich auch gar nicht wissen mag, solange wird Web 2.0 in den Köpfen einiger Medienmenschen drin sein und bei einigen Weblogbesitzern Panik ausrufen:

„Weil sie nicht mit dabei sind. Aber gar nicht wissen wo sie nicht mit dabei sind. „

mts

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7 Kommentare zu “Das Neue beim Web 2.0 ist, dass man Vorhandenes neu kombiniert

  1. Frank

    Web 2.0 ist meines erachtens nach nichts wirklich neues, sondern wieder nur ein Wort das den Verkauf ankurbeln soll. Die dabei angepriessenen Techniken existieren schon mehr als nur ein „Weilchen“. Das Internet entwickelt sich weiter, wohin das ist eine Frage, doch ob es Sinn macht dies mit pseudo Versionsnummern zu versehen eine andere. Kommuniziert wurde im Netz schon immmer, meiner Meinung nach damals sinnvoller als heute.

    MFG Frank

  2. ortenau

    jow – des kaisers neue kleider 🙂 …für mich ist web2.0 eine mode. es erinnert ein bischen an die guten alten tage des frühen web1.0 (das es niemals gab :-))… ein neues schlagwort, welches journalisten aufgreifen können und mit dem sich leere zeitungsseiten füllen lassen… – jetzt, nachdem man den crash ein paar jahre verdaut hat und worte wie innovation und internet keinen schlechten beigeschmack mehr haben.
    eigentlich ist web 2.0 noch nicht erfunden… das ganze läuft immer noch im ollen browserfenter und wird mit dem lange zeit verpönten javascript neu verkauft…

  3. Christian

    Ihr sprecht mir von der Seele. Ich habe voll Spannung in der Fachpresse von Web 2.0 gelesen. Allerdings musste ich nicht weit lesen, bis sich Ernüchterung breit machte. Was ist daran neu und warum sollte ich jetzt JavaScript verwenden, wenn ich es früher nicht verwendet habe? Es hat mich immer geärgert, dass die Browserhersteller nie die offiziellen Standards einhielten. Mit Opera kam dann ein Hoffnungsschimmer. Mittlerweile geht der Weg in eine richtige Richtung. Selbst Microsoft fängt an Sich im Web an Standards zu orientieren. Ich finde es falsch, wenn Webentwickler wieder kostbare Zeit damit vertun um Standards herumzubasteln und Mehrfachentwicklungen auf sich nehmen, damit ihre Seiten von 2 oder 3 Browsern korrekt dargestellt werden können.
    Barierefreiheit im Web bleibt bei dieser Buzzwordgenerierung wieder vollig außen vor.

  4. Max

    Web 2.0 ist für mich persönlicher, individueller, einfacher, kommunikativer und aktueller, dies kann man auf verschiedene Bereiche beziehen.

    Blogs statt statischen Homepages

    Fast jeder baut mal eine leere Homepage auf und schreibt rein, dass sie bald mit Inhalt gefüllt wird und immer aktuell gehalten wird. Selten wird daraus was, keine Zeit da es zu kopliziert ist die Seiten zu bearbeiten, keine Lust sich Arbeit zu machen die eh keiner liest.

    Ein Blog kann man oft kostenlos, schnell und einfach einrichten bzw. bei einem Bloganbieter einrichten lassen.
    Das Updaten und schreiben von Artikel funktioniert im Webbrowser, was viele Leute dazu animiert weiter zuschreiben.

    Außerdem gibt es durch die vielen anderen Blogger und XFN (was für mich auch zu Web 2.0 zählt) mehr Leser der selbst kreirsten Werke.

    Und statt in einem Gästebuch antwortet man direkt auf eine bestimmte Meinung/Artikel des Autors in einem Blog.

    In den kommerziellen Bereichen kann man auch von Web 2.0 sprechen:

    Google Adsense weil es individuell ist

    Flickr und Youtube sind auch Web 2.0

    und wo veröffentlichen große Firmen ihre neusten Werbespots? Bei youtube – benutze die Medien deiner Kunden.

    blabla

    Gruß

    Max

  5. Dieter

    ja ja.. und ich dachte mit Web 2.0 wird sich dramatisch etwas ändern, aber hm..

  6. Karsten I.

    Scheint so, als sei der Web 2.0 Hype wohl nicht mehr so im Vordergrund zu stehen. Die meisten benutzten eben doch noch das Web 1.0.

    Das einzigst gute vom Web 2.0 sind die Social Dienste, der Desktop-Ajax-Website rest scheint nicht so hohe Besucher zu haben.