eine Person sucht und kein Standard User – Googles neues Patent

Personalisierte Suche wird ausgebaut

Personalisierung der SERPs bei Google geht in die nächste Runde. Bill Slawski informierte über das neue Google Patent zur weiteren Personalisierung der Suchergebnisse. Es gibt weitere Patente aus der Vergangenheit, die ebenfalls diese Personalisierung als Inhalt haben. Nun geht es einen Schritt weiter und ist für mich somit eine logische Folge der Zusammenführung aller rund 70 Dienste von Google.

Wie könnte Google zukünftig Suchergebnisse für den Einzelnen filtern. Welche positiven Auswirkungen kann dies schlussendlich haben und welche eher negativen. Worauf muss man zukünftig einfach den Blick richten, um nicht im Nirvana des WWW zu verschwinden.

den Suchenden könnte die Fülle an Suchergebnissen überfordern

Suchergebnisse explodieren
es sind über 160Billionen Seiten im G -Index

Das Patent geht davon aus, dass die meisten Suchanfragen 2-3 Worte beinhalten. Dies liefert oft eine irre Menge an Suchergebnissen,weil das WWW immer mehr Daten liefert und ist daher für den Suchenden nicht befriedigend. Daher wäre es besser, die Suchergebnisse zu filtern:

Im englischen Originaltext liest sich das so:

As the number of documents accessible via the Internet grows, the number of documents that match the query may also increase. However, not every document matching the query is equally important from the user’s perspective. As a result, a user is easily overwhelmed by an enormous number of documents returned by a search engine, if the engine does not order the search results based on their relevance to the user’s query.

Nutzer Profile erweitern und somit Suchanfragen anders gewichten

Mit dem Patent kann Google nun alles was es über einen Suchenden weiß zusammenführen, anhand seiner Suchanfrage gewichten und dann die Suchergebnisse für den Einzelnen anzeigen, deren Linkprofil dafür geeignet scheint.

  • Suchwort Profil:Eine Liste von Suchworten, die unterschiedlich gewichtet nach den persönl. Vorlieben des Suchenden sind.
  • Ein Kategorie Profil:Alles was Google über den Suchenden weiß wird in Kategorien – ähnlich hierarchisch wie bei einem Webkatalog – geordnet.
  • Und dem Link Profil:Verkürzt wieviele Seiten linken relevant zu dem jeweiligen Dokument (ähnlich wie das PageRank Patent)

Google hat 70 Dienste, gmail, G+, die Suchmaschine, die Toolbar, Google Drive und etliches mehr und es hat die Suchhistorie eines jeden. Selbstverständlich unterliegt es strengen Datenschutzbestimmungen, doch fast jeder gibt ja freiwillig was von sich her.
Spannend ist auch, dass Google in diesem Patent klar beschreibt, dass es den Standard Suchenden von dem das PageRank Patent ausgeht nicht gibt.

negative Auswirkungen des Patents könnten sein

einfach ordnen und schlichten ist nicht mehr

Unabhängig etwaiger datenschutzrechtlicher Auswirkungen, die ich weder abschätzen kann noch beeinflussen, sehe ich als einzige negative Auswirkung, dass alle SEOs noch weniger wissen wo die Webseite unter welchem Key angezeigt wird. Also alle, die fixe Plätze verkauft haben – und das tun ja einige – oder regelmäßige nonplusUltraHighlights Reportings abliefern wollen, immer weniger Datenmaterial zur Verfügung haben. Ich lass mich da aber gern eines besseren belehren.

positive Auswirkungen des Patents könnten sein

meine Zielgruppe sind Menschen keine StandardSucher
meine Zielgruppe sind Menschen keine StandardSucher

Wer seine Zielgruppe so genau kennt, dass er weiß was zB:die zum Frühstück wollen, wo die Abends hingehen und es schafft seinen Webauftritt dahingehend zu optimieren, der Gewinner ist. Keywort Tools, die anzeigen wie oft ein Suchwort gesucht wird, können bestenfalls der Beginn dieses Prozesses sein, aber nicht das Ende.

Die einzelne Person sucht und nicht ein Standard Sucher, und diese einzelne Person verbindet mit der jeweiligen Suchanfrage etwas ganz bestimmtes und dem mag sich Google mit diesem Patent nähern.

Gefragt sind also immer mehr Berater, die Zielgruppen definieren helfen. Die Querdenken können und sich so in die Zielgruppe auch einfühlen können und dies ist für mich auch die Aufgabe eines SEO im Jahr 2012. Fertige Keywort Listen zum Thema X haben nicht ausgedient, aber sie sind zu unklar.

Für mich persönlich könnte eine Auswirkung sein, dass ich bei der Suche nach “CSS” keine Spielergebnisse mehr angezeigt bekomme, die mich tatsächlich Null interessieren :-)

Quellen und weiterführendes zum Thema

Wer seine Zielgruppe nicht genau kennt, wird immer weiter verlieren: Zielgruppe.
Wie Kunden ticken, ein Versuch sich dem Phänomen Kunden zu nähern bei Viktor.
Einen weiteren Einblick in das neue Patent gibt es auch auf www.seo-united.de .
Die Patente: Das neueste: Personalization of Web Search Results Using Term, Category, and Link-Based User Profiles. Dieses und die weiteren sechs Patente zur Personalisierung aus dem Jahr 2006 sind bei Bill zu finden: Googles Personalizing.

Und hier beschreibe ich die Auswirkungen eines weiteren Google Patents: das Pinguin Update .

Weil ich mal per E-Mail gefragt wurde, ob ich diese Patente auch wirklich lese: ja das tu ich, ist eine nette Abendlektüre ;-)

mts

Ebenfalls informativ und lesenswert

13 Kommentare zu “eine Person sucht und kein Standard User – Googles neues Patent

  1. Viktor

    Danke für die Erwähnung Monika!
    Hat ja doch den Beitrag wer gelesen ;)

  2. mts

    aber sicher Viktor, bloß reagieren kann ich manchmal nicht gleich. Und wenn es dann gut passt, dann erinnere ich mich :-)

  3. Vine

    Der entscheidende Nachteil ist doch, dass das Internet für den Suchenden immer weniger transparent wird.

    Wenn dem Benutzer nur das präsentiert wird, was er eh schon weiß oder vermutet, wenn gefiltert wird, was anscheinend nicht seinem Interesse entspricht, dann verbleibt der Suchende in seiner kleinen Informationsblase, in seiner beschränkten lokalen Welt, wo die Suche etwa nach “Phuket” nicht Informationen zu Thailand ausspuckt, sondern nur noch den nächsten Asia-Imbiss.

    Personalisierung und Lokalisierung machen die Informationsuche wieder zu einer mühsamen, undurchsichtigen Angelegenheit genau wie früher, als das Internet noch nicht existierte.

    Gut, dass es noch alternative Suchmaschinen gibt.

  4. mts

    ja @Vine,
    ich bin auch der festen Überzeugung, dass eine Suchmaschine nicht wissen kann wonach ich suche. Das WWW wurde zum Kreißler ums Eck//Tante Emma Laden. Solang aber sehr viele dies gutheißen und Google die Rückmeldung geben es ist alles Ok, solang wird dies auf die Spitze getrieben.

    Das Patent zielt doch auf die “Hoheit” der Profile ab, bessere Profile, bessere Möglichkeit, dass der User auf die Werbung klickt. Mehr Gewinn für Google.

  5. Ute

    Klasse wäre es, wenn ich mir aussuchen könnte, ob ich personalisierte oder allgemeine Ergebnisse möchte. Ich hätte gern bei jeder Suche einen Knopf, der mir ganz einfach diese Möglichkeit bietet. Wenn es so wäre, dann sähe ich da außerhalb des Datenschutzes schon auch Vorteile.
    Nachteilig ist für mich, dass Google immer größer und einflussreicher wird. Die fehlende Konkurrenz könnte das Monopol verstärken.

  6. Viktor

    Kannst Du doch?!
    Einfach an das Ende der Suchurl “&pws=0″ anhängen

  7. Michael Schöttler

    Es wird immer die Leute geben, die sagen dass Google zu weit geht und Angst vor das auslesen Ihrer Daten haben. Menschen wollen einfach nicht beobachtet und analysiert werden. Auch ist fraglich, ob eine Maschine das wirklich kann.

    Schauen wir uns doch mal den April 2012 an. Google wollte mit dem Pinguin doch auch die SERPS aufräumen und für drei Monate war Google doch kaum zu gebrauchen. Nur ScheXXe vorne in den SERPS.

    Klar man kann Google verstehen, auf der einen Seite kommen immer mehr Informationen und auf der anderen wollen Sie immer weiter gehen um nicht selber stehen zu bleiben. Wichtig ist meiner Meinung nach, dass Sie ein wenig auf den Nutzer hören und nicht alles umsetzen nur weil Sie es können.

  8. mts

    @Viktor welcher normale Nutzer hat die Chance, selbst wenn er es mag, weiß das kaum wer außer Nerds und SEO.

    @Michael, ich habe weniger die Angst des Auslesens, ich fliege ja auch und nutze meine Bank, die lesen noch mehr aus. Ich mag einfach wieder richtig finden. Und nicht nur die Ergebnisse, die es in einem gewissen geografischem Umfeld gibt. Dazu brauch ich keine SUMA, das erfahr ich auch so ;)

    Ja es wäre schön, wenn sie auf die User hören, doch die melden ihnen ja zu einem hohen %Satz Zufriedenheit. Gugg mal auf G+. Kritik an neuen Dingen gibts kaum, aber hurraSchreier jede Menge. Aus welchen Gründen auch immer.

  9. Dirk

    Ein spannender Beitrag. Die Personen wirken sich tatsächlich auf das Ranking einer Webseite aus.

  10. PCG

    Für die gewerbetreibende Industrie sind das eigentlich ganz gute Nachrichten. So kann man sein Werbebudget noch effizienter einsetzen. Vielen Dank übrigens für den Tipp mit dem “&pws=0″. Kannte ich bisher noch nicht. :)

  11. Patrick

    Ja, es sollte vom User Steuerbar sein, wie er suchen will. Auch ohne das man einen Code hinter die URL eingeben muss.
    @Michael
    Auch jetzt liefert Google bei manchen Suchergebnissen immernoch Schrott. Hab letztens nach was gesucht und bestimmt 30 mal die gleiche URL präsentiert bekommen. So macht suchen Spaß…

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  13. Franz

    Für den SEO mag das zwar schlecht sein, aber für den User überwiegend bestimmt nicht. Ich finde es macht Sinn, dass ein User, der beispielsweise ein paar Mal nach “Jobs Maurer München” gesucht hat in der Folge bei anderen Sucheingaben, zum Beispiel “Kinoprogramm” als erste Suchergebnisse, solche aus dem Umkreis München gezeigt bekommt.
    Es gibt sicher noch bessere Beispiele, aber ich denke jeder weiß, was gemeint ist.