Error 410 – böse Links einfach weg und das für immer

Error 404 und Error 410
Error 404 und Error 410

Error 410 ist der oft vergessene HTTP Status Code der jedoch in vielen Fällen sehr hilfreich sein kann. Ich zeige hier auf was dieser Status Code Error 410 bedeutet und seinen Unterschied zum Error 404. Wann ich diesen zur Optimierung oder Rettung einer Webseite einsetze. Wie man diesen Status Code technisch nutzt. Und schlussendlich welche Vor-und Nachteile ich darin sehe Error 410 statt Error 404 zu nehmen und wann ich dennoch das Disavow Links nutzen tät. – Ergänzungen sind jederzeit Willkommen.

Grund für diesen Artikel ist Martin, der ein Hangout mit John Müller brachte bei dem unter anderem bestätigt wurde, dass schlechte Links, die ins Leere laufen, bei Google nicht zählen. Hier mag ich eben aufzeigen wann für mich etwas „ins Leere“ läuft.
Grund für die Änderung des Artikels ist die Tatsache, dass mir John Müller soeben was anders mitgeteilt hat, als ich ebenfalls von einem Google in den WMTForen erfahren habe. Es lebe die Eindeutigkeit der Aussagen. :(

Der Apache hat ein ausgeklügeltes Fehlerseiten Protokoll.

Jede dieser Fehlerseiten ist anhand der Nummerierung zuordenbar. Alle Fehlerseiten des Apache können auch selbst gestaltet werden. Viele machen sich dies bei dem Error 404 bereits nutzbar und zeigen ihren Besuchern eine wunderbar hilfreiche Fehlerseite.
WordPress hat bereits seit Jahren eine 404.php automatisch in jedem Standardtheme und lädt so ein diese zu nutzen.

Ganz kurz wann zeigt der Apache eine Error 404 und wann eine Error 410.

Error 404 Not Found
Die angeforderte Ressource wurde nicht gefunden. Dieser Statuscode kann ebenfalls verwendet werden, um eine Anfrage ohne näheren Grund abzuweisen. Links, welche auf solche Fehlerseiten verweisen, werden auch als Tote Links bezeichnet.

410 Gone
Die angeforderte Ressource wird nicht länger bereitgestellt und wurde dauerhaft entfernt.

Der Unterschied zw Error 404 und 410

Vertippt sich jemand bei der Eingabe einer URL, ist eine URL falsch verlinkt, hat man was irrtümlich gelöscht auf der Webseite kommt die Error 404 und sagt dem Besucher:

Hi sorry da lief was falsch. Tut mir leid! Hier findest Du die Suche, bleib da auch wenn was schief ging.

Die 404 ist also auch eine wichtige Seite für die Benutzerfreundlichkeit und sollte daher eine „gute“ Seite bleiben.

Error 410 sagt dem Besucher: Das was Du suchst wird es so hier nie wieder geben. Es ist ärgerlich für Dich, doch ich musste und wollte mich davon trennen.

Also eindeutig keine Entschuldigung. Hier lief nicht was schief, sondern Error 410 ist ein gewollter Akt der Trennung.

Error 404 aus SEO Sicht

Ich kann die Fehler auf meiner Webseite in den Griff bekommen. Aber ich bin nun mal auch menschlich, daher gibts da keine Garantie, dass es nicht doch passiert.

  1. Externe Links kann ich nicht immer auf Fehler überprüfen und selbst wenn kaum reparieren.
  2. Diesen externen Linkjuice holt mir aber die Error 404, wenn ich sie selbstgestaltet habe und dort gut weiterverlinke. Dies ist laut Aussage von John Müller unmöglichst. (erfuhr ich nach der Veröffentlichung)

Somit habe ich Zeit bis ich diese fehlerhaften Links per htaccess richtig stelle. Und Google wird nicht müde zu betonen, dass diese meinem Webauftritt nicht schaden.

Vor allem seh ich in den WMTools, ob da ein 404 oder 410 weitergegeben wird und dies erleichtert die Arbeit. Error 404 kann ich weiterleiten. Error 410 mag ich ja nicht umleiten.

eigene Error 410 technisch einrichten

Am besten einen Unterordner am Webspace erstellen. Darin eine 410.php speichern, die man nach Lust und Laune gestalten kann. Wichtig ist sich zu entscheiden, ob man den Googlebot index, follow oder noindex, nofollow oder jede Kombination davon mitgibt.

In der htaccess der Domain nun diese Datei als Error 410 festlegen:


ErrorDocument 410 /namedesunterordners/410.php

Die Unterseiten, denen man diesen StatusCode 410 zuweist gibt man dann in der htaccess so an:


Redirect Gone   /url-der-boesen-unterseite-ohne-domain-voran/  

Error 410 aus SEO Sicht

Habe ich ein Bad Link Penalty, habe ich mir eine Domain gekauft und die hat mehr als fragwürdige Backlinks oder habe ich Sorge wegen meines Linkprofiles und mag nicht gleich das Disavow Links Tool verwenden, dann kann die Error 410 die bestmögliche Lösung sein.

Denkbare Szenarien:

  • Du erkennst, dass die Bad Links auf eine begrenzte Anzahl von Unterseiten linken und Du wirst sie einfach nicht los.
    Webmaster anworten nicht, verlangen ein Horror Geld für die Löschung usw. Es ist Dir einfach zu viel Arbeit zig Webmaster um Linklöschung anzuschreiben, nachzufragen, zu bedanken etc.
  • Du hast Dir eine Domain wegen des Keywortes gekauft. Ihr Linkprofil ist aber bescheidenst und die Inhalte ebenso. D.h. du wirst klugerweise dieselben Inhalte auf diese KeywortDomain geben, aber die alten Seiten magst Du in die virtuelle Wüste schicken.

meine Erfahrunge mit Error 410

ich teile bewusst auf wan ich Error 410 oder 404 nutze
ich teile bewusst auf wann ich Error 410 oder 404 nutze Gemeinfrei

Bevor Google das Disavow Links Tool zur Verfügung stellte konnte ich mit gezielter Nutzung der Error 410 einige Domains aus einem BadLink Penalty holen.

Ich eruierte nicht nur die BadLinks, sondern auch die Zielseiten auf der Domain. Hauptaugenmerk war aber immer das Abwägen welche guten Links dabei auch kaputt gehen und dass dies niemals zuviele sind.

Startseite
Nicht funktionieren kann das aber, wenn die BadLinks auschließlich oder im größten Teil auf die Startseite gehen 😉
Auch wenn das implizit logisch ist erwähne ich es der Vollständigkeit halber. Und dies wäre der einzige Grund wo ich heute das Disavow Links Tool als Option durchdenken tät.

Schlechte Links, die ins Leere laufen zählen nicht…

schrieb Martin in seinem Artikel. Wann läuft bei Google was sicher ins Leere……..
Theoretisch immer dann, wenn ein Fehler 404 oder 410 oder ein anderer ausgegeben wird, weil Google diese Seiten nicht ansieht.

Ich muss in einer stillen Stunde mir „derdenken“ was das bedeutet, wenn jemand seine Fehlerseiten auf die Startseite umleitet.

D.h. Error 404 und 410 werden von Google NICHT gelesen. Sie biegen bei diesen Status Code des Apache quasi ab und suchen anderorts weiter. Die Unterscheidung bringt eine Verwaltungsvereinfachung bei den diversen Fehlercodes.

Diskussionen und Hilfreiches anderorts
Disavow Links Tool: www.google.com/webmasters/tools/disavow-links-main
Nochmals der Artikel vom Martin: Hangout mit John Müller.

mts

Ebenfalls informativ und lesenswert

13 Kommentare zu “Error 410 – böse Links einfach weg und das für immer

  1. Mißfeldt

    Interessante Ergänzung. Danke. So habe ich es noch gar nicht gesehen…
    Der Nachteil ist nur, dass man dann eine ziemlich lange htaccess-Detei bekommen kann, wenn man die schmutzigen Links alle von Hand einträgt. Oder habe ich es falsch verstanden?

  2. mts

    eine lange htaccess hat mich noch nie gestört
    manchmal kann man ja auch im „Bulk“ in die Wüste schicken,
    kommt auf die Urlstruktur der „böse Links habenden Unterseiten“ drauf an.

    Hat man selbst Serverzugang kann man diese Angaben ja „direkt“ machen. => habe ich nicht, das macht wenn mein Servertechniker immer :-).

    Doch die Verwaltung ist echt einfacher, die 410er wirkt ein bisschen schneller

  3. Daniel Weihmann

    Eine gute 410er Error-Page … das klingt für mich vernünftig. Ein weiterer Punkt auf meiner Todo-Liste für diese Woche, danke für die Infos.

  4. mts

    Hi Daniel solltest du weitere Punkte für diese Liste brauchen, außer die Error 410 ich habe auch noch welche da rumliegen 😉

  5. Jens

    Man lernt nie aus!… Bisher war mir die Bedeutung des „Error 410“ nicht in dem Maße bekannt. Danke.

  6. Gerd

    Ah ja, ich kannte den Fehlercode 410 bis jetzt auch noch nicht. Wenn ich einen Artikel gelöscht habe kam bisher immer der 404er.

  7. Harry

    Error 410 habe ich ehrlich gesagt noch nie verwendet.
    Das ist aber ein sehr interessanter Denkanstoß, den ich sicherlich weiter verfolgen werde.

  8. Mario

    Hi Monika, da kommt aber stets was neues bei dir um die Ecke. Ich denke, wenn man versucht die Bad-Links zu löschen oder gar auf die 410 zu leiten, ist das für Google ein Art „Geständnis“. Ich hatte im Oktober einen schweren Fall mit arg bösen Links. Mein Kunde war mehr als 50 Seiten mit seinen Keys abgerutscht. Abertausende Links mit einem Keyword waren schuld. Hier nun jeden Link zu löschen oder eine ellenlange htaccess anzulegen (wobei fast alle Links auf die Startseite zeigten) ging einfach nicht. Da entschloss ich mich kurzerhand das mit guten, themenverwandten Links auszubügeln. Ist zwar ein haufen Arbeit, aber es hat wunderbar funktioniert. Trotz der Vielzahl an Bad-Links rank die Seite heute wieder unter den den Top 10. Dieser Weg scheint mir am sinnvollsten. So gibt man wenigstens nicht offiziell zu, SEO-BlackHat Methoden „BEWUSST“ eingesetzt zu haben! Und man tut seiner Seite was richtig gutes .. nämlich viele gute, sinnvolle Links. Man sollte auch bedenken: Keyword-Links sind nach wie vor gut für jede Website – Aber in entsprechender Variation und Anzahl!

  9. mts

    Hi Mario
    Du schreibst von „abrutschen“ ich schreibe von einem BadLink Penalty, das via Webmastertools per „Nachricht“ geschickt wird. Da kannst du gute Links aufbauen bis zum Umfallen nutzt es nichts, weil die Seite „manuell“ gesperrt ist.
    Das hat eine andere Qualität als ein „abrutschen“.

  10. Mario

    Stimmt .. Das habe ich nicht bedacht. Aber 50 Seiten nach hinten fallen, ist mit Sicherheit auch ein Google-Penalty. Aber vielleicht hilft es dem einen oder anderen zu verstehen, dass das Ganze nicht unbedingt immer mit dem Entfernen der Links zu retten ist 😉

  11. mts

    @Mario Penalty wird nur das genannt wo man auch eine Nachricht in den Webmastertools hat, wer nicht genau auseinanderhält was wie heißt, sucht sonst auch falsch die Lösung :-)

    Habe ich eine EMail oder Nachricht in den Webmastertools muss ich handeln und dann einen Reinclusion Request stellen. Habe ich das nicht, fällt nur ein Keywort, kann ich das mit Linksetzen vermutlich reparieren 😉