ja, ich bin bereit ein Schwan zu werden

Schwäne sind anmutige, treue Tiere, aber sie verteidigen ihr Revier sogar mit tödlichen Kämpfen
Schwäne sind anmutige, treue Tiere, aber sie verteidigen ihr Revier sogar mit tödlichen Kämpfen

Letztens hatte ich wieder so ein Telefonat. Irgendwie tät man ja schon gern, wenn es sich ergibt, eventuell, wäre es schon ganz nett, wenn das so werden tät. Naja, wenn ich erkenne, dass ich Erfolg habe, dann schon. Später, nicht gleich. Also ich weiß schon was ich will – wenn ich Erfolg habe – mit den ganzen Fragezeichen, dann in der Zukunft, könnte ich ja planen, wenn es sich ergibt… .

Auf die simple Frage, ob die spezielle Person mit der geplanten Webseite Geld verdienen mag, kamen alle „wenn, wäre, eventuell, vielleicht“, wie sie eine Jungfrau nicht kennt, bei der Frage nach dem ersten Date.

Scheu, totale Scheu klipp und klar zu sagen:

“ Ja, ich halt mich für gut, für den Besten in meinem Metier!. Ich mag mit diesem Website Projekt spätestens in zwei Jahren meinen gesamten Lebensunterhalt mindestens verdienen.“

So sehr ich diese Scheu emotional nachvollziehen kann. Was soll ich dann für ein Design planen?
Es macht Unterschied, sehr großen Unterschied, ob jemand plant Geld zu machen, oder ob es einfach eine HobbySeite sein soll.

Investieren, wenn der Erfolg da ist

Wenn jemand mit seiner HobbyWebsite Geld verdient, so rein zufällig, völlig ungeplant, schon wollend, aber sich nicht wirklich trauend. Ja, wenn all diese „Wenns und Abers“ zum Erfolg führten, dann wäre es doch absolut verrückt, nachher dann, wenn der Erfolg da ist, wirklich auch zu investieren.

Das Märchen vom häßlichen Entlein kennen manche. Ungeliebt und ausgestossen verbringt das häßliche Entlein sein erstes Lebensjahr, bis es dann für alle – und auch für sich selbst – völlig unwissentlich sich als wunderbarer Schwan entpuppt.

Klar Schwäne gehören zur Entenfamilie, aber sie sind anders. Innerhalb der Entenfamilie werden sie sogar den Gänsen zugeordnet. Kaum jemand von uns weiß das so ganz sicher – oder 🙂

Erfolge sind planbar, trauen sie sich ein Schwan zu sein
Erfolge sind planbar, trauen sie sich ein Schwan zu sein

So sehr ich dieses Märchen liebe, es ist nicht übertragbar auf den insgeheim gewünschten Erfolg. Erfolge werden geplant. Innen drin. Wer den Erfolg, wer seinen Erfolg nicht traut, wer sich nicht traut, frank und frei zu sagen:

„Ich habe die Anlage zum Schwan, zum anmutigen, edlen, schönen Schwan, ich hol mir die Anschauerer, die Erfolge. Ich schwimm am schönsten gegen den Strom. Ich kann mich zeigen, ich trau mich, mich und mein Können zu zeigen. Und ich bleibe mir treu dabei.“

Wenn das nicht Innen drin sicher ist, dann wird schlussendlich auch der WebDesigner ein halbherziges Design entwickeln. Zumindest mir geht es so. Das Gespür, das Feeling meiner Kunden wird zu meinen.

Wenn sie sich ihren Erfolg nicht zu trauen, warum sollt ich es tun… .
mts

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4 Kommentare zu “ja, ich bin bereit ein Schwan zu werden

  1. Silke

    …ja, Monika, diese Diskussion zum Selbstverständnis des ein oder anderen Kunden kenne ich leider auch zu genüge. Ich kann mich Dir daher nur anschließen – wie soll man als Dienstleister an den Erfolg des Kunden und dessen selbstbewußtes Standing glauben, wenn er selbst am Zweifeln ist.
    Es ist nur bedauerlich, dass dadurch – zumindest was mich betrifft – damit einhergehend auch meine Motivation für eben diese Kunden irgendwann ein wenig auf der Strecke bleiben bzw. man immer wieder aneckt, weil man seinen Überzeugungen bei der Arbeit treu bleiben möchte.
    Insofern – der Schwan wird auch bei mir immer mal wieder aus der Schublade gezogen … 😉
    LG, Silke

  2. mts

    grüß Dich Silke,
    ich finde es Schade, weil dabei soviel Energie auf der Strecke bleibt. Energie, die in all den „vielleicht“ stecken bleibt und einem runterzieht, sowohl mich als Dienstleisterin wie den Kunden.

    @Johanna, freut mich, wenn es Dich zum Nachdenken, überdenken anregt.
    Stehen doch soviele alte Aussagen dagegen: Eigenlob stinkt, man stellt sich nicht selbst auf das Stockerl, man gibt sich nicht selbst eine Eins.
    Doch wer sich selbst auf das Stockerl stellt, vertraut seinen Fähigkeiten und kann dennoch ein sehr lieber und netter Mensch bleiben. 🙂

  3. Karla

    Ich finde den grundsätzlichen Ausgangspunkt der Überlegung ganz interessant. Ich glaube aber auch, dass viele nicht gerne sagen, dass sie Erfolg wollen, weil es schnell auch überheblich oder oberflächlich rüber kommen kann, wenn man sich selbst verkauft, als könne man alles und das auch noch am besten.
    Von den Inhalten einer Seite wir doch allein schon sehr schnell deutlich, ob es sich um eine private oder geschäftliche Homepage handelt.