Meine Urlaubsbilder – meine Partybilder-Recht und Fotografie-Persönlichkeitsrechte

Landschaftsbilder, Blumen, Natur – wieso zeigst Du nichts anderes? So eine Gruppe von Menschen wäre hier schön als Logoersatz oder Blickfang. – Was!? Das kostet !? Wieso?

Solche oder ähnliche Aussagen höre ich oft. Es ist vielen unverständlich, dass man nicht einfach jemanden von der Strasse fotografieren darf und dann das Foto veröffentlichen oder gar verkaufen darf. Noch unverständlicher ist es so manchem, dass es saftige Strafen setzt, wenn ungefragt Partybilder veröffentlicht werden oder Sehenswürdigkeiten.

Eine Reihe von Gesetzen regelt all dies. Mag sein, dass sich manche nur an sogenannte *professionelle* Fotografie richten. Doch für mich als juridischer Laie stellt sich dann die Frage, ab wann ist Fotografie für den Gesetzgeber professionell? Zählt das Können oder die technische Ausrüstung?

Hier einige Links und Tipps. Sicher nicht vollständig, doch ich freue mich über jede Ergänzung. Die Links bieten viel Stoff zum Lesen, doch besser vorher lesen als nachher zahlen
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Urlaubsfotos – Sehenswürdigkeiten – besondere Bauwerke

…..Im Ausland ist das oft anders. In Paris kann die Glaspyramide vor dem Louvre nicht ohne weiteres professionell fotografiert werden. Grund: Der Urheber der Pyramide werde in seinen Rechten verletzt. Auch die Lichteffekte am Eiffelturm sind urheberrechtlich geschützt“ das Stahlkonstrukt professionell zu fotografieren und die Bilder zu veröffentlichen ist damit ohne Erlaubnis ebenfalls illegal. Ähnlich in den USA. Zwar darf man“ immerhin“ die Landschaften des Landes noch ohne Erlaubnis fotografieren, auch professionell. Doch kaum geht es um Werbung, sind die Aufnahmen kostenpflichtig! In Mexiko kosten Fotos von historischen Tempeln Geld. Und so weiter und so fort.

(photographie.de/magazin/fotorecht_10_2002.cfm ² )Erlaubnis zum Ablichten von Sehenswürdigkeiten.

Auch in Zoos darf man nicht einfach fotografieren.

(Update Nov 2009 )
Hier eine gute Liste was wo erlaubt ist: Zoo und fotografieren /veröffentlichen.

Recht am eigenen Bild

Was viele nicht wissen ist die Tatsache, dass es das Recht am eigenen Bild gibt. Dies besagt juridisch laienhaft ausgedrückt, dass man nicht einfach Bilder von Menschen darf, und schon gar nicht diese dann so einfach veröffentlichen.

„Das Recht am eigenen Bild ist bereits dann verletzt, wenn der Abgebildete begründeten Anlass zur Annahme hat, er könnte identifiziert werden. Hierbei genügt auch, wenn der Abgebildete, dessen Gesicht kaum oder gar nicht zu erkennen ist, durch Merkmale, die sich aus dem Bild ergeben und die gerade ihm eigen sind, erkennbar ist. Dies hat die 3. Zivilkammer des Landgerichts Frankfurt am Main am 19.01.2006 im Rahmen eines einstweiligen Verfügungsverfahrens (Aktenzeichen: 2-03 O 468/05) entschieden.
Quelle: Pressestelle des Landgerichts Frankfurt/M. ..Das Urteil im Volltext: Urteil im Volltext als pdf Datei

Was darf ich jetzt und wer erklärt mir dies verständlich

Eine sehr anschauliche und in verständlicher Sprache gehaltene Abhandlung /Erklärung /Erläuterung zum Thema Fotorecht hat das Lawblog:

Hier nur eine einige der Links und Themen aus der Kategorie Fotorecht:

  1. Personen als Beiwerk.
  2. Personen der Zeitgeschichte.
  3. Die Einwilligung des Abgebildeten.
  4. In einem Kommentar auf diese gute Seite aufmerksam geworden: fotorecht.de von RA David Seiler

Ich bin doch Foto Künstler da gilt dies doch alles nicht …

Wann man vor dem Gesetz als Künstler gilt und wann nicht und welche Folgen dies hat darüber gibt dieser Artikel von Dr. Daniel Kötz Auskunft. (photographie.de/³ )Handwerker oder Künstler . Auch auf dieser Website findet man alle rechtlichen Fragen in leicht verständlicher Sprache und sehr praxisnahe.

² und ³
Das Magazin Photorecht.de hat seine URLs geändert, es ist mir unmöglich die neue Url des Zitierten dort zu finden….

mts

Ebenfalls informativ und lesenswert

9 Kommentare zu “Meine Urlaubsbilder – meine Partybilder-Recht und Fotografie-Persönlichkeitsrechte

  1. Gabi

    Ich habe vom ungefragten Fotografieren von Menschen und bestimmten Gegenständen/Gebäuden mit anschließender Veröffentlichung im Netz schon immer abgesehen – noch bevor ich die Rechtssprechung dazu kannte: Das gehört sich einfach nicht.

  2. Heller

    Man muss immer zwischen einer gewissen Meinungs- und Veröffentlichungsfreiheit und dem Persönlichkeitsrecht abwägen, manchmal taucht man nur zufällig auf einem Bild auf, obwohl man nicht die eigentliche „Attraktion“ der Fotografie ist.

  3. Tim von Fotonews

    Hm, ich finde die oben angegebenen Quellen ein wenig knapp. Eine Gute Seite zum Thema Fotorecht ist auch fotorecht.de von RA David Seiler.

  4. WM

    Ein Bild hat doch „zwei Seiten“. Autor und Objekt haben eigene Rechte. Allgemein gillt es, und wird ueberall beachtet, dass Autor muss schriftliche Zusage haben um das Bild mit einer Person oder Objekt zu veroffentlichen.

  5. mts

    Hi WM so allgemein gilt dies eben nicht.

    Fotografier ich eine Menschenmenge ist dem nicht so. Fotografier ich in Nahaufnahme ist dem so. Unbeachtet dessen, dass das Foto immer dem Fotografen gehört.

    Der Fotografierte aber ein Recht auf sein Abbild hat.

    lg

  6. Miriam F.

    In Zeiten von Facebook, StudiVz und Co. ist die Toleranzgrenze im Bezug auf die Verbreitung von Bilder wirklich extrem stark gesunken. Die meisten User wissen wahrscheinlich überhaupt nichts von dem Recht am eigenen Bild und dem Schutz der Persönlichkeit. Doch wer soll das Ganze regulieren und kontrollieren?
    Die Portalbetreiber sollten in die Pflicht genommen werden, seine User direkt auf die rechtliche Problematik hin zu weisen.

  7. Michael Pfeiffer

    Das Folgende stellt keine verbindliche Rechtsauskunft, sondern meine private Meinung dar:

    „Auch die Lichteffekte am Eiffelturm sind urheberrechtlich geschützt. Das Stahlkonstrukt professionell zu fotografieren und die Bilder zu veröffentlichen ist damit ohne Erlaubnis ebenfalls illegal“

    Ich bin da nicht sicher. Nach dem, was ich noch aus dem Studium weiß, verstößt erst die Veröffentlichung eines Fotos ohne Erlaubnis des Künstlers gegen das Urheberrecht.

    Zudem ist hierbei das Schutzlandprinzip zu beachten. Nach diesem Grundsatz ist für Fragen des geistigen Eigentums das Recht desjenigen Staates anzuwenden, für dessen Gebiet der Schutz beansprucht wird.

    Nehmen wir mal den folgenden Fall. Ich habe ein Bild des nächtlichen beleuchteten Eiffelturms in Paris von einem öffentlichen Platz ohne Hilfsmittel aufgenommen. Zurück in Deutschland veröffentliche ich das Bild in einer Galerie in Berlin. Wenn mich der Urheber jetzt auf Unterlassung verklagt, muss er das in Deutschland tun. Das deutsche Gericht wird selbstverständlich deutsches Recht anwenden. Und nach § 59 Absatz 1 Urhebergesetz (Panoramafreiheit) ist es zulässig, Werke, die sich bleibend an öffentlichen Wegen, Straßen oder Plätzen befinden, mit Mitteln der Malerei oder Graphik, durch Lichtbild oder durch Film zu vervielfältigen, zu verbreiten und öffentlich wiederzugeben. Die Klage wird abgewiesen werden. Dass es in Frankreich keine Panoramafreiheit gibt, spielt dabei keine Rolle.

    Problematisch wird hingegen es bei einer Veröffentlichung im Internet. Denn dann veröffentliche ich weltweit – und damit auch in Frankreich –, so dass der Künstler mich dann vor einem französischen Gericht nach französischem Recht verklagen könnte.

  8. mts

    @Michael
    da muss ich auch passen, weil ich keine Juristin bin. Für mich ist es schon sehr gut einfach zu wissen, einfach so, kann ich nicht von irgendwoher ein Foto ins Internet stellen. In den Staaten sind ja manchmal ganze Landschaften derart geschützt. Und wie rasch tritt man dann in diese Abmahnfalle, weil man einfach mit dem mobilen Telefon rasch eine Aufnahme auf die Website schickte, voller stolz:sehr her da bin! 🙁