Online Reputation Teil 2 – vorm Klagen reden

Rechtssymbol

Erst die Tage berichtete ich über die Abmahnung die Sistrix im Fall Seoline bekam. Sucht man nach der Firma Seoline dürfte jedem klar sein, dass so eine Abmahnung der online Reputation mehr schadet denn nutzt.

In meiner Geburtsstadt Wien war, solang ich dort wohnte noch irgendwie klar. Hat man ein Problem geht man auf *an Kaffee* und löst die Sache unter 4 Augen. Wird es schwerwiegender hilft nachher ein Bier oder der Gspritzte² beim Heurigen.

Wenn Person A über Firma B zu Person C sagt: Du mit der Firma habe ich schlechte Erfahrungen.


So mag dies die ganz persönliche Efahrung der Person A sein. Diese eine Person hat mit der Firma B schlechte Erfahrung gemacht.

Die Firma B kann jetzt so reagieren:

Sie schreibt an Person C

Wir täten uns gern mit Person A zusammensetzen, damit wir zeigen können, dass man mit uns auch gute Erfahrungen machen kann.

Sie fordert eine Unterlassung

Kreditschädigung hin oder her. So ein Schritt bedeutet nichts anders, als man hat als Firma nichts gegen *schlechte Erfahrung* in der Hand. Dies ist aber schlimm. Jede Firma sollte doch mit negativer Rückmeldung lockerst umgehen können. Manche Firmen haben da eigene Abteilungen dafür.

Hat man keine eigene Abteilung für Kunden, die schlechte Erfahrungen machten, dann muss man als Chef eben selber ran.

Firma B sucht den Dialog mit der Person, die schlechte Erfahrung machte

Stünd unter dem besagten Kommentar der Person A ein Kommentar des Chefs der Firma B. Sie hatten schlechte Erfahrungen mit uns. Dies tut unsleid. Gibt es einen Weg dies wieder gut zu machen (oder so ähnlich).

Zeigt man als Firma Größe und wird sicherlich seine online Reputation im positiven Sinne stärken.

Zum Anwalt gehen bedeutet immer den letzten Schritt

Es sollte im Internet niemals der 1. Schritt sein. Nichts schadet einer online Reputation mehr als so eine verlangte Unterlassungserklärung oder eine Abmahnung.

Man kann im Internet gewinnen und dennoch das meiste dabei verlieren. Dies meint auch Designart mit einem Artikel: Abmahnung, wenn sie mit dem Echo leben können.

Nachlese zum aktuellen Fall so einer Geschichte, wo sicher wieder mehr verloren als gewonnen wird.

  • Unterlassungserklärung von Fa Nuntio gefordert.
  • Die Firma Nuntio könnte bald negativ besetzt sein, meint Helmschrott.
  • Von ihm wird die Unterlassungserklärung gefordert:Hannes
mts

²
Überetzung für alle LeserInnen aus Deutschland:
Gspritzter wird in Deutschland leider als Weinschorle bezeichnet, was dem Getränk ja niemals gerecht werden kann 😉


Ebenfalls informativ und lesenswert

3 Kommentare zu “Online Reputation Teil 2 – vorm Klagen reden

  1. Thomas

    Schöne Worte und sie geben wieder, was eigentlich Usus sein sollte – auch wenn „sich auf einen Kaffee treffen“ schwierig werden könnte 😉

    Es ist mir schon lange ein Rätsel, weshalb der teure und u.U. langwierige jurisische Weg so häufig als erstes gegangen wird.

    Es bleibt abzuwarten, wann der Abmahnindustrie der rufschädigende Gegenwind aus der Blogsphäre zu heftig wird.

  2. René

    Der juristische Weg ist meist der „einfachere“, weil man sich als Abmahner um nicht kümmern muss. Bei allen anderen o.g. Punkten müsste man selber aktiv werden und dies in einem ausreichenden Maße.

    Viele haben dazu anscheinend keine Lust.

    Zudem ist so ein Schreiben vom Anwalt doch auch etwas „bedrohliches“, gegenüber „reden“.

    Ich habe mir persönlich schon oft den Mund fusselig geredet, dass X und Y meine Inhalte 1:1 geklaut haben. Geändert wurde nichts. Da aber mir der Weg über den Anwalt zu teuer wäre, wurde diese Verletzung nie geahndet und derjenige kommt damit durch. 🙁

  3. Markus

    Gerade ein Dienstleister für SEO müsste sich des Informationspotentials des Internets doch bewusst sein, weswegen ich einen derartig aggressiven Schritt auch nicht verstehe. Unternehmer geben Unmengen für Werbung aus, weil sie das marktwirtschaftliche Potential von Informationsverbreitung im Sinne der Kundengewinnung kennen – wieso dann so engstirnig in die andere Richtung blicken?
    Die Stellungnahme von Seiten Seoline lässt meiner Meinung nach eine ähnliche Unsicherheit diesbezüglich verlauten; das klang so nach mangelnder, interner Absprache, gar richtig weich und friedfertig.

    Billiger wäre eine angemessene Kommunikation zudem auch gewesen