Social Networking – die spätpubertäre Peergruppenfalle

Social Networking ist nichts Neues. Seit eher suchen Menschen den Kontakt zu anderen Menschen, weil sie sich etwas davon erwarten.

Social Networking – Netzwerke -haben immer ein Wozu

Singles Treffen sich, weil sie erwarten den Partner fürs Leben zu finden, oder zumindest für einen Teil des Lebens. Unternehmer treffen sich, um Synergien zu bilden. Männer gehen in Kneipen, um unter sich zu sein, Frauen ins Kaffeehaus, um Beutejagdreviere auszutauschen. ;) Bewusst greife ich hier auf Stereotypen zurück, um meine Gedankengänge leichter nachvollziehbar zu machen.

Social Networking schafft Gruppen – Wozu

Jugendliche brauchen zur gesunden Entwicklung ihre Peergroups. Peergroups sind Gruppen von Gleichaltrigen, die helfen die eigene Identität und die Sozialisation zu ermöglichen. Sie können hilfreich sein oder in totalem Gruppenzwang etliches kaputt machen. Viele Eltern sind oftmals ratlos, weil es für das Kind fast eine Katastrophe dann ist nicht sofort das allerneueste Handy zu haben und in 2 Monaten ein ganz anders es sein muß.

Mythenbildung schafft Zwang

Ich lebe in einem Umfeld in dem mehr als gut 90% der wirklich erfolgreichen Geschäftsleute noch nie in ihrem Leben was von Xing gehört haben. Dennoch gibt es eine nicht unstattliche Anzahl von Menschen, die meinen man muß ein Xing Profil haben, weil dort sind die Entscheidungsträger.

Kaum hört man dies, fragt keiner mehr welche Entscheidungsträger von was? Wie magisch zieht es viele dann zu Xing, nur um kurz darauf anderen zu erzählen, dass man doch dort sein muß, weil da sind die Entscheidungsträger.

 
 Return of invest von Social Networking

Social Networking und ROI oder was schaut dabei heraus

Wo sind die Analysen, ob sich die Stunden bei Xing wirtschaftlich auch wirklich gerechnet haben. Denn Stunden braucht man auch dort – und die nicht zu knapp, um das neue Terrain zu sortieren, sich zu etablieren und dann eventuell wirtschaftlichen Erfolg zu haben.

Ohne gezielte Strategie bleibt Social Networking ein Zeitkiller mit Suchtfaktor, eben eine spätpubertäre Peergroup. Strategien können die Frage “Wozu” immer beantworten.

Twitter – die SMS des Internets

 
 Twitter Button

Twitter. 140 Zeichen in das Nichts für die digitale Reputation. Klaus Eck hat in relativ kurzer Zeit 4.000mal 140 Zeichen in den Äther gejagt für die digitale Reputation.

Fantastischer Einsatz. Irre Stunden für das Eigenmarketing.

  1. Was ist die Erfolgsgeschichte davon?
  2. Wie ist dieser Einsatz messbar?
  3. In welcher Relation stehen 4.000 Updates mit 140 Zeichen – ja in Relation zu was?
  4. Digitale Reputation – das klingt fantastisch und bedeutet was?

Social Dienste bilden Freundesgruppen

Yigg.de, Webnews.de, und all die anderen bieten die Möglichkeit an, Freunde zu haben. Klar wurde das englische friends irgendwann mal fälschlicherweise als Freunde übersetzt. Richtigerweise müßt es *Bekannte* heißen, doch dies klingt ja für einen Social Dienst viel zu fremd. :zwinker:

Als Neuling in so einem Social Dienst erstarrt man natürlich, wenn man liest: 129 Freunde!, 3.455 Freunde usw. Selbst steht bei der Liste der Freunde gähnende Leere und man mag doch dazugehören, deshalb hat man sich ja registriert. Also werden *Freunde* generiert.

Die Frage wozu jemand bei einem Social Dienst 2.000 oder gar mehr *Freunde* braucht oder hat stellt sich dann keiner mehr.

Fangemeinden werden gezüchtet – Peergroups im Kleinen oder Großen.

  • Welchen meßbaren Erfolg hat man durch solche Freundeslisten?
  • Wie wirkt sich dies wirtschaftlich aus?

Mehr Besucher -und die Kunden

Vordergründig könnt man meinen,ja dann hast mehr Klicks auf deine Webseite.

Gut,herrlich und dann?

  1. Twittert meine Zielgruppe überhaupt?
  2. Xingt die auch?
  3. Finde ich die bei Yigg.de oder Webnews oder bei Mister Wong?

Social Networking contra Google PR

All die Buttons, die anzeigen wieviele Freunde man hat, wieviele Follower bei Twitter, oder diese künstlichen Netzwerke anderer Anbieter kommen mir oft vor wie die Jugendgruppen, die dann wichtig für das einzelne Mitglied sind, wenn alle dabei sind. Wenn man “viele” ist. Diese Buttons sind das Pendant zu Googles Pagerank. Je länger desto gut.

Social Networking als Zeitkiller, um dem Ego des vermeintlich Erfolgreichen zu frönen. Sich selbst erhaltend durch andere, die sich ebenso darüber definieren und der Sucht des Follower Fangens und Freunde Rekrutierens erlegen sind.

Reputation ist für jeden wichtig. Ob Unternehmer oder Privatperson. Digitale Reputation klingt nach “weltweit”, nach mehr, nach noch wichtiger. Gut und dann….

Literatur:

  1. Was wie warum PR die Textorin.
  2. Twitter erfolgreich nutzen.
  3. Kontrolle über die digitale Reputation Readers Edition.
  4. Digitale Reputation und Feste-Privates Media Treff.
mts

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3 Kommentare zu “Social Networking – die spätpubertäre Peergruppenfalle

  1. http://1.gravatar.com/avatar/5d62c7be3e45234de0b6c3b775b51d25?s=128&d=http%3A%2F%2F1.gravatar.com%2Favatar%2Fad516503a11cd5ca435acc9bb6523536%3Fs%3D128&r=G

    Jonas

    Ich finde den Artikel sehr gut! Es machen sich glaube ich auch viele Webmaster und solche die es werden wollen zu wenig Gedanken um das “wozu” ich muss dem User einen Mehrwert bieten, wenn ich will, dass er bleibt und wiederkommt.
    Interessant finde ich auch die soziale Zusammensetzung in verschiedenen Netzwerken. Es gibt ja auch regionale netzwerke wie goolive.de im Großraum Hannover und dort ist der Bildungsstand der Community arg in Frage zu stellen, zudem bieten immer mehr solcher Plattformen eine Basis zur Verbreitung rechtsradikalem oder gar rechtsextremen Gedankenguts. Da unter dem Vorwand der Meinungsfreiheit auch hetzerische Meinungen zugelassen werden.
    Auch im Bereich Marketing sollte man zusehen, dass sein Portal oder Forum sehr gut moderiert wird, da solche Auswüchse den Werbekunden sicherlich nicht gerade gefallen werden.
    Immer wenn Menschen beteiligt werden kommt es zu Problemen, dass sollte man meiner bescheidenen Meinung nach nicht vergessen.

  2. http://1.gravatar.com/avatar/53a7d050e106e03af5ebfbce7a2314cd?s=128&d=http%3A%2F%2F1.gravatar.com%2Favatar%2Fad516503a11cd5ca435acc9bb6523536%3Fs%3D128&r=G

    Sascha

    Schöner Artikel, den ich persönlich in weiten Teilen unterstützen kann. Der Trend geht wohl auch in der Zukunft in die Richtung weiterer Netzwerke und weiterer Dienste, die Freundschaften simulieren und die Nutzer verbinden. Ob das wirklich Sinn macht, oder reine Zeitverschwendung ist, darüber muss sich wohl jeder selbst klar werden.

  3. http://1.gravatar.com/avatar/5688a77afcb8f63085b775641a3d885e?s=128&d=http%3A%2F%2F1.gravatar.com%2Favatar%2Fad516503a11cd5ca435acc9bb6523536%3Fs%3D128&r=G

    immo

    A propos “Buttons”. Anfangs fand ich den “like-Button” nicht nur großartig, weil er das virale Marketing erneuert/vereinfacht hat. Plötzlich war es möglich, alles mit jedem zu teilen.

    Aber inzwischen frage ich mich, wer hat noch etwas davon, wenn ich bei meiner Büroartikel Bestellung das 70g Papier like-e. Da haben sich offensichtlich ein paar Agenturen zuviel darauf spezialisiert, “Social-Media-Tools” zu verkaufen.

    Ich selbst hab auch ein Like Button… irgendwie inkonsequent!

    lg