Web 2.0 und Social Media sind zu Spielplätzen degradiert – Blogger bekommen einen Maulkorb

Kurze Zeit waren Blogger der Meinung es gäbe die Meinungsfreiheit. Kurze Zeit waren Blogger der Illusion verfallen, dass sie als Bürger eines Landes was zu sagen hätten. Kurze Zeit. Das Urteil gegen Stefan Niggemeier machte dieser Illusion ein Ende.

Meine persönliche Zusammenfassung des Urteils des Hamburger Landgerichtes

Blogger müssen Kommentare vorab prüfen – wenn man davon ausgehen kann, dass es kritische Kommentare geben wird.

Das Kennzeichen von Social Media Diensten wie Yigg.de Mister Wong, Seoigg.de usw ist, dass User bestimmen können welche Website, welcher Artikel gut ist. Wer auf die Startseite darf und wer nicht.

Man hat als User bei Yigg.de die Möglichkeit ununterbrochen seine Stimme abzugeben. Man darf ständig wählen und diese Wahl hat eine direkte Auswirkung.

Yahoo machte dem mit Flickr bereits ein Ende. Erotische Fotografie ist dort tot. Wiewohl diese nicht unter das Pornografie Gesetz fällt. Selbst ein Konzern wie Yahoo wurde in Deutschland päpstlicher als der Papst, der in Deutschland im Landgerichtes Hamburg seinen Sitz aufgeschlagen hat.

Die Volksvertreter darf man nicht sooft wählen und selbst wenn hat es keine Auswirkung – oder?

Bei Yigg.de bei Mister Wong und anderen hat man noch die Illusion ein mündiger Bürger zu sein, der eine Meinung hat und diese mit Knopfdruck zum Ausdruck bringt.

Wer oben ist – wird dort bestimmt.

Mündige Bürger und Bügerinnen sind dem Staat an sich aber eine stete Gefahr. Da gibts Menschen, die durchschauen die Machenschaften der Geldigen, der Politikhaie – die decken uns auf – dabei wollen doch wir sie überwachen – …

Ein mündiger Bürger darf laut dem Urteil des Hamburger Landgerichtes nicht mehr laut sagen, wann er betrogen wurde. Kommentare sind zu moderieren.

Aber der Staat darf seine mündigen Bürger bis ins Schlafzimmer hinein überwachen – ohne Rechenschaft abgeben zu müssen.

Es schreckt mich nicht dieses Hamburger Urteil – es ist in der derzeitigen Rechtslage sicher rechtlich richtig – politisch gut ist es für die Mächtigen allemal.

Datenspeicherung Ende nie, die Freiheit des Einzelunternehmers ist auch bereits tot, die Meinungsfreiheit des Bürgers ist und war eine Illusion – wieso sollte sie ausgerechnet im Web 2.0 und in all den Auswüchsen – Bloggen – noch vorhanden sein?

Yigg.de und Mister Wong sind Spielplätze – dort darf man Knopferl drucken und sich wichtig fühlen – aber sonst hat man und frau gefälligst zu kuschen.

Die Blogger regen sich auf und bis zum nächsten Urteil wieder ab. Eine Aufreghype nicht mehr und nicht weniger. Nicht im Internet wehrt man sich gegen solche Politik – weil die Verantwortlichen dafür nicht im Internet daheim sind.

Links zum Thema:

  1. (März 08 domain tot)stefan-niggemeier.de/blog/neues-von-callactive — Der Artikel von Stefan–
  2. OnlineZeitung 24.de Urteil gegen Stefan Niggermeier, Bildblog.de und andere.
  3. Manuelles Auskunftsverfahren
  4. Callactive gegen Stefan Niggermeier
  5. Stopt die Datenspeicherung
  6. Callactive und die Bedeutung von Blogs
mts

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4 Kommentare zu “Web 2.0 und Social Media sind zu Spielplätzen degradiert – Blogger bekommen einen Maulkorb

  1. mts

    Hi Anja ja das mag sein, dass die alleine da stehen. Doch dies nutzt nichts.

    Und wenn ein Gericht das einzigste der Welt ist, das so ein Urteil fällt – gilt es.

    Zu wissen, dass andere Gerichte anders urteilen – schürt bloß die Illusion, das die nächste Abmahnung woanders stattfinden könnte- vielleicht-eventuell-

    lg

  2. Photoshop Tuts

    ich finde so etwas einfach nur lächerlich

    fate-design.de

    edit von mts:

    Grüß Dich Herr Photoshop Tuts oder Frau Photoshop Tuts,
    da Du Dich selber als Photoshop Tuts bezeichnet hast, muss ich Dich wohl mit Photoshop Tuts anreden,
    obwohl ich viel lieber einen Namen tippen tät anstatt Photoshop Tuts…

    Name bedeutet Name und nicht Moneykeywort…

  3. Sandra

    Auch ich denke, dass die Aufregung hinsichtlich des Gerichtsurteils nachlassen wird. Solche Hypes sind ja schließlich häufig.
    Bedenklich finde ich dennoch die Einschränkung freier Meinungsäußerung bei gleichzeitig steigender Überwachung von außen!