WebDesign im Jahr 2008 und die Irrtümer aus dem Jahr 2007

WebDesign im Jahr 2008
WebDesign im Jahr 2008
WebDesigns Trends im Jahr 2008. Ich trau mich zu spekulieren und bin der Meinung es wird zwischen urkonservativ, „Kann man damit Geld machen“ und noch bunter werden.

WebDesign Trends 2008 werden sich wie immer an wenigen orientieren. Bestbieter setzen sich durch. Billigsbieter gehen Pleite.

Es gab diesen Herbst eine Blogparade zum Thema welche Trends das WebDesign im Jahr 2008 wohl haben wird. Fast alle Teilnehmer orientierten sich an dem was sie in der „Szene“ sehen. Schlichtere Designs, weil die Features immer mehr werden, wie Videos. Meinte Ute.

Sebastian Müller ist sowohl von den Social Medie Diensten sehr angetan und wünscht sich weniger, aber neuere Schriftarten, weil doch Vista soviel bietet.

Cornelia meint, dass die Barrierearmut irgendwann durch die Interaktivität abgelöst werden kann.

Benjamin bezieht seine Vorhersage auf die Blogosphäre und meint die würde sich nicht sonderlich ändern.

WebDesign unter dem Vorzeichen: Präsentation im Web

Wenn ich mir die neuen Webauftritte von Firmen ansehe, die sich im Internet nur präsentieren wollen, so sind die bis auf die Technik im Hintergrund extrem konservativ. Das System statische Seiten ist man aus der html Ära gewohnt und nimmt es jetzt einfach in Content Management Systeme mit. Dynamischer Inhalt, noch dazu vielleicht unter Mitwirkung der Kunden entstanden ist etwas, dass viele dieser Firmenverantwortlichen noch scheuen. So als ob sie sich vor ihren Kunden fürchten müßten.

Pixelsgenaue Designs sind der Wunsch und dass eine Website kein Printmedium ist, hat sich bedauerlicherweise noch nicht herumgesprochen und wird daher auch im Jahr 2008 noch allerorts zu sehen sein.

Der Google Page Rank wird als Statussymbol gesehen und man mag ihn haben. Dass die beliebte JavaScripts Navigation dies eventuell verhindern könnte, sollte dann der WebDesigner lösen – wenn nicht kann man sich ja Links kaufen. Der Schaden, der unausweichlich kommt, den sollte dann der Suchmaschinenoptimierer beheben.

So wird auch das Jahr 2008 wie das Jahr 2007 jede Menge Menschen mit Firmepräsentationen im Internet beschäftigen und gut entlohnen. Statussymbole sind Firmen immer viel Geld wert.

WebDesign unter dem Vorzeichen: ich bin ein Blog

Immer mehr nutzen logischerweise Blogsoftware für ihren Internetauftritt. Blogdesigns im Magazin Stil sind sehr beliebt im Jahr 2007. Dieser Trend wird sicher auch ins Jahr 2008 überschwappen und somit die Grenze was ist noch ein Blog und was nicht und wer definiert dies so genau immer mehr verschwimmen.

Blog Designs, die kaum bis gar nicht Platz für Werbung bieten, werden immer seltener genommen und gewünscht. Ein Blog muss Geld machen. Die wirklich sehr privaten Blogs sind kaum noch zu finden.

Spiegel oder Glossyeffekte sind mehr als beliebt bei den Bloggern. Interessant ist für mich, dass die Blogger, die solche Web 2.0 Buttons anbieten, selber nicht verwenden. So auch bei http://www.toptut.com. Es erweckt damit den Eindruck, dass die Web 2.0 Designangebote ein extrem guter Linkbait sind.

Blog Buttons Netzwerk Buttons
Blog Buttons Netzwerk Buttons

WebDesign geht ins Detail, je schlichter die Präsentation desto mehr wird auf die Details der Buttons und Bilder gelegt. Bei den beliebten Buttons für die diversen Netzwerke ist diese Detailverliebtheit noch nicht zu sehen. Sie sehen aus wie vor vielen, vielen Jahren und es bleibt zu hoffen, dass sie im Jahr 2008 mehr Aufmerksamkeit bekommen.

Bei einem sehr großen Kreis amerikanischer und auch australischer Bloggerinnen ist der Trend zu sogenannten „Blinkies“ im Jahr 2007 erwacht. Animierte kleine Banner werden untereinander ausgetauscht und die textlastige Blogroll erblinkt in hunderten dieser kleinen Banner. Ich wünsch mir – wenn auch vermutlich völlig umsonst- dass dieser Trend im Jahr 2008 wieder abflaut.

Blogdesigns zwischen zu schmal und einfach zu breit

WebDesigner,die bei der Erstellung eines Blogdesigns nicht die diversen Medien beachten gibt es immer noch genug. Videos sind beliebt und werden immer beliebter. Doch viele Blogdesigns sind dafür einfach nicht gemacht. Sie bieten viel zu schmalen Content an. Es wäre wünscheswert, wenn dies im Jahr 2008 nicht mehr passiert.

Einige WebDesigner haben das fluide WebDesign für sich entdeckt. Die ganze Breite des Bilschirms soll ausgefüllt sein.

Dies ist 1. unlesbar und 2. vergessen soviele, dass zwar viele einen breiten Bildschirm nutzen, aber am Rand jede Menge anderer Programme offen haben.

Somit verkleinert sich die Bildschirmgröße für die Website rapide.

WebDesign und die Barrierefreiheit im Jahr 2008

Endlich können Screenreader auch mit target blank umgehen und dies zu einer Zeit wo es sinnlos ist es zu nutzen, weil fast jeder Browser Tabs anbietet und man dies im Browser einstellen kann. Doch die Hardwareindustrie hat reagiert. Mancher WebDesigner klagt immer noch, dass die Kunden einfach keine barrierefreie Hompage haben wollen. Diese Klagen werden sich auch Jahr 2008 nicht verringern. Bloß – man maht sie einfach barrierefrei- einfach als Standard. Ich frage den Kunden ja auch nicht, ob er HTML haben mag. 😉

WebDesign und die Social Media Dienste

Ich mag Yigg.de. Einer der ganz wenigen Social Dienste, die ich wirklich gern nutze. Doch wirklich absolut neu -absolut innovativ ist das Design nicht.

Zweckmäßigkeit steht hier wie bei vielen anderen auch im absoluten Vordergrund. Technorati sieht aus wie eine Landschaft voller bunter Zuckerl/Bonbons. 😉 Mister Wong hat auch nicht unbedingt das neue erfunden.

Seoigg.de ist spartanisch wie die meisten Websites von Seos.

WebDesign und die Profi Seos

WebDesign für Seos steht unter der Präambel: es darf nichts kosten. Irgendwo hat man mal gelesen „blau“ ist die beste Farbe für Versicherungsseiten. Also werden 50 solcher Seiten am Stück mit allen möglichen Blau „designt“. Das Blau absolut nicht gleich Blau ist und es da oftmals absolut unseriös wirken kann, das wäre drei Zeilen tiefer gestanden. Das liest man als Seo nicht mehr. Man hat es eilig. 😉 Dies wird sich 100% auch im Jahr 2008 nicht ändern.

WebDesign von Agenturen

Es gibt Webagenturen, deren Stil ich bereits beim Öffnen einer Website erkenne. Links die Navigation. Oben die statischen Seiten. Eine lächelnde Dame mit Handy oder Telefon in der Hand. Ein gut situierter Herr auf der anderen Seite und fertig ist die Business Homepage.

Ich bin mir sehr sicher, dass dieser Einheitsbrei auch im Jahr 2008 sehr oft zu finden sein wird.

Ich kann lächelnde Handydamen einfach nicht mehr sehen.

WebDesigner und 2008

Die Namen für dies berufliche Tätigkeit sind so vielfältig wie die Tätigkeit an sich. All dies ändert nichts daran, dass im Jahr 2007 wie all den Jahren davor, ich so viele Websites von Kollegen und Kolleginnen nach sehr kurzer Zeit wieder verschwinden sah. Der Neid um Aufträge ist groß. Der Konkurrenzkampf ebenso. Billigstanbieter sind mir jedoch niemals Konkurrenten gewesen. Einfach weil sie nicht überleben.

Ein Beispiel ohne Screenshot. Ich veröffentlich keine Emails ohne wirkliche Not.

Es kam eine Anfrage an mich:

Wir wollen: Ein Blog, eine Website vorne dran, einen Warenkorb und außerdem wäre ein Forum sehr nett. Newsletter- von allen Systemen bestückbar. Überall mit einmal einloggen drin.

Ein Gästebuch und die Firma hat 100 Euro Investionskosten bereit gestellt.

Wann können sie fertig sein, wenn sie dies können?.

Ich gebe zu, ich fragte nach, ob nicht ein paar Nullen vergessen wurden. Ein Warenkorb ohne Shop ist irgendwie sinnlos.

Ein Blog.
Ein Shop.
Ein Forum.
EIn Newsletter.
Ein Gästebuch.

um 100 Euro.

Es gab aber einen jungen WebDesigner, der dies um dieses Geld machte. Seinen Firmenauftritt finde ich jedoch nicht mehr im Internet. Die Domain war zu kaufen.

Ich wünscht mir, dass sich Kollegen nicht derart erniedrigen im Jahr 2008.

WebDesign wird immer wichtiger. Über Geschmack kann man streiten. Funktionell, interaktiv und zugänglich muss WebDesign im Jahr 2008 hoffentlich endlich als Standard ansehen.
mts

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2 Kommentare zu “WebDesign im Jahr 2008 und die Irrtümer aus dem Jahr 2007

  1. Ute

    Hi,
    guter Artikel, jedoch hoffe ich sehr, dass sich nicht alles bewahrheitet, was du befürchtest.

    Allerdings fällt mir auch immer wieder auf, dass barrierearme, valide Seiten die Ausnahme sind. Blinkendes, Flackerndes (Blinkies, Flash…) wird häufig vorgezogen.

    Ich wünsch mir, dass sogenannte Webdesigner, wie der aus deinem Beispiel, aussterben. Es wäre schön wenn funktionell, interaktiv und zugänglich 2008 wichtiger würde.

    Gruß vom Bodensee
    Ute

  2. Tim Muckenhaupt

    Hi,

    guter Beitrag. Ich arbeite bei einer Webdesign Agentur und wir haben am Anfang auch auf günstiges Webdesign gesetzt, jedoch haben wir schnell gemerkt, dass Kunden die eine qualitativ hochwertige Website erwarten gerne auch mehr investieren. Seit dem sind wir zwar teurer geworden aber auch um einiges in der Qualität gestiegen.

    Die Seite ist echt gut – weiter so !