WebDesign und Suchmaschinenoptimierung- Verbraucherschutz zur Qualitätssicherung

Streitbares zum Thema: WebDesign- Suchmaschinenoptimierung.

„Depressionen hatte ich, die Therapie hat mir sehr geholfen, daher möchte ich jetzt selber Therapeutin oder zumindest Sozialarbeiterin werden.“

Diesen Satz habe ich in meiner Tätigkeit als Berufspädagogin mehr als einmal gehört. Die Freude über die Hilfe des professionellen Helfers weckt ein Sendungsbewusstsein in vielen Menschen. Dass dieses Sendungsbewusstsein sogar hinderlich für die Tätigkeit als Therapeut sein kann, ist schwer vermittelbar…

„Unter dem Keyword ‚Mustermann Untermusterdorf‘ bin ich in den SERPS an 1. Stelle, daher werde ich jetzt Suchmaschinenoptimierer. Außerdem lese ich aktiv seit zwei Monaten in einem Suchmaschinenoptimierforum mit.“

So lautet derzeit die Devise vieler im Internet. Angeregt durch vermeintlichen Reichtum der Profis in der Branche kann auf einmal jeder Suchmaschinenoptimierung. So ein paar Backlinks organisieren ist in Zeiten von mindestens 800 Webkatalogen ja auch nicht schwer…

„Mein 1. Theme für WordPress habe ich gemacht. Wie man das Headerbild austauscht wurde mir im Forum erklärt und es sieht toll aus. Jetzt habe ich Dreamweaver und mache für meine Freundin ein Theme – ich bin Webdesigner!“

So lautet das Credo einer ganzen Generation von Webdesigner. Die Freude über das erste gelungene Werk, die Arbeitslosigkeit in aller Lande, die geringen Eigenmittel für diese Tätigkeit lassen jedes Jungunternehmerherz höher schlagen…

Auf der Strecke bleibt der Kunde.

Die vermeintliche Sozialarbeiterin erzählt elendslange ihre eigene Hilfsgeschichte und hört daher nicht zu. Der sich eingelesen habende SEO vernichtet durch falsche Methoden die finanzielle Existenz eines Shopbetreibers. Die Website für den Handwerksbetrieb ums Eck ist nicht mal als Webvisitenkarte nutzbar, weil sie völlig an den Kunden des Handwerksbetriebes vorbei in viel zu kleiner Schrift sich edel präsentiert.

Qualität ist was der Kunde bezahlt.

Diesen Satz sagte der Chef eines der größten Bildungsinstitutes Europas vor vielen Jahren. Ob dies das Credo der neuen Marktwirtschaft ist mag an anderer Stelle geklärt werden, doch selbst im billigsten Billigladen hat der Kunde Schutz vor Abzocke. Schlechte, verdorbene Ware muss zurückgenommen werden!

Jede Kundschaft, die im Billigladen einkauft, weiß, dass dort die Ware anders präsentiert wird als im hochpreisigen Laden an „der“ Einkaufsstraße ihrer Stadt. Jede Kundschaft, die im Billigladen einkauft weiß auch, dass sie im Billigladen einkauft.

Aber kaum ein Kunde eines SEOs oder Webdesigners weiß, wann er im Billigladen ist!

Verbraucherschutz zum Schutz der Profis und deren Leistung.

Verbraucherschutz bezeichnet die Gesamtheit der Bestrebungen und Maßnahmen, die Menschen in ihrer Rolle als Verbraucher von Gütern oder Dienstleistungen schützen sollen. Die Annahme eines Schutzbedürfnisses beruht auf der Erfahrung, dass Verbraucher gegenüber den Herstellern und Vertreibern von Waren und gegenüber Dienstleistungsanbietern „strukturell unterlegen“ sind, das heißt infolge mangelnder Fachkenntnis und/oder Erfahrung leicht übervorteilt werden können.

In der Sozialarbeit haben sich Standards durchgesetzt. Hilflose Helfer werden enttarnt und dann wird gehandelt.

Die Verbraucherschutz Gesetze der EU füllen mehr als ein Regal – die Dienstleistungen des Internets sind dort offenbar noch völlig unbekannt. Außer der Bereich *einkaufen*, weil der ist aus dem „Bodengeschäft“ auch diesen Politikern vertraut.

Ich fordere eine Verbraucherschutzanlaufstelle für Dienstleistungen wie WebDesign und Suchmaschinenoptimierung.

Jeder Kunde hat das Recht sich neutral erkundigen zu können, ob er etwaige Billigläden anheuert oder erstklassige Profis. Jeder Kunde hat das Recht Verträge überprüfen lassen zu können ohne gleich den privaten Anwalt bei der Hand haben zu müssen.

Verbraucherschutz muss es auch im Internet geben.

Ich fordere die vielen Anwälte Deutschlands auf, vor allem jene, die derzeit nach einem Aufgabengebiet suchen: Wählt Euch das Internet! Klemmt euch dahinter und trennt die Spreu vom Weizen der Dienstanbieter.

Es kann doch nicht sein, dass bloß Formalia wie gültiges Impressum einen Anwalt reizt.
Es kann doch nicht sein, dass bloß Abmahnung einen Anwalt im Internet reizt.

Große Autofirmen haben sicher bereits Milliarden ausgegeben, weil sie fehlerhafte Produkte zurücknehmen mussten. Jeder kleine Online Shop Besitzer kann ein Lied davon singen, von wegen Rücknahme eines Kaufes, Gewährleistung etc.

Wer hilft dem Kunden, der eine uralt Website um teures Geld kaufte.. .

Wer hilft dem Kunden, dessen Online Shop vom „SEO“ vernichtet wurde …

Dass diese beiden Dienstleistungen nicht einfach qualitätsgesichert werden können ist mir absolut klar, sie aber deswegen nach der Vogel Strauß Politik zu vergessen schützt weder den Kunden noch den professionellen und seriösen WebDesigner und Suchmaschinenoptimierer.

Fast alle Staaten haben bereits festgestellt, dass Internet ist kein rechtsfreier Raum. Derzeit hilft diese Aussage nur so manchem Anwalt, dem Verbraucher im Internet schützt dies nicht. Dem professionellen und seriösen WebDesigner und Suchmaschinenoptimierer hindert es manchmal sogar bei seiner Arbeit.

Qualität gehört gesichert. Sowohl für den Kunden wie für den Profi.

mts

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6 Kommentare zu “WebDesign und Suchmaschinenoptimierung- Verbraucherschutz zur Qualitätssicherung

  1. Boris

    Liebe Monika, ein wenig provokant aufgemacht, hast Du ein alltägliches und heisses Eisen angefasst.

    100%ig bin ich Deiner Meinung, dass es hier ein Problem gibt. Über Ursachen und mögliche Lösungen ließe sich streiten (was ja evtl. Deine Intention ist?):

    Dass in Zeiten grassierender Arbeitslosigkeit jeder Betroffene nach Lösungen für sein Erwerbsproblem sucht, nach dem vermeintlichen Strohhalm greift, halte ich für nachvollziehbar und normal. Dass der Handwerksmeister, der es weit von sich weisen würde, ungeprüft jeden Beliebigen z.B. eine Gasleitung in seinem Haus montieren zu lassen, dem 495 EUR-Angebot für eine Firmenwebseite nicht widerstehen kann, ja das ist m.E. schlicht und einfach fahrlässig – und alltäglich.

    In dieser Situation jedoch nach dem Staat, der EU oder Anwälten zu rufen, halte ich entweder für eine geschickte Provokation (der ich zu später Stunde erlegen bin) oder für extrem naiv.

    Auch das Internet ist kein (komplett) rechtsfreier Raum (Du scheinst da nicht einer Meinung mit Dir selbst zu sein). Wenn der Kunde bei der Ausführung von Dienstleistungen auf eine präzise Beschreibung der Leistungen (von einem Pflichtenheft will ich gar nicht reden) bestehen würde, wäre z.B. die Durchsetzung von kostenloser Nachbesserung kein Problem.

    Anwälte/staatliche Institutionen werden das Problem nicht lösen – jedenfalls nicht im Sinne aufgeklärter und anspruchsvoller Kunden – meine ich 😉

    Boris

  2. mts

    Guten Abend Dir Boris

    sich streiten (was ja evtl. Deine Intention ist?) :zwinker:

    Der Staat hat doch einen Bildungsauftrag – las ich mal wo.

    Ich trau mich und sage öffentlich, dass ich sehr selten aufgeklärte und anspruchsvolle Kunden im Bezug zum Internet noch gefunden habe.

    Wie ein Nymbus, etwas galaktisches, ja fast Heiliges ist vieles was sich im Internet abspielt für viele Kunden.

    Der erste, der sich damit halbwegs auskennt im Bekanntenkreis wird zum Helden.

    Und dies ist bildlich gemeint: „Dem Nachbar sein Bub“, sehr oft.

    Wie kann es sonst sein, dass ‚gstandene‘ Firmenchefs ihren Internetauftritt in die Hände des Zivildieners legen?

    Passiert nicht einmal und wird noch öfter so sein.

    Hier denke ich wäre ein großes Betätigungsfeld für Anwälte: die dürfen ja auch aufklären.

    ein einziges Mal habe ich so eine Aufklärungskampagne zum Schutz der Konsumenten des Internets erlebt, die sogar erfolgreich war:Stichwort Dialer.

    Produkte wie Websites, Dienstleistungen wie SEO, SEM könnten doch als nächstes auf der Liste stehen!

    da die öffentlich rechtlichen Fernsehsender sowohl von DE wie von Österreich zukünftig von jedem PC Besitzer Euronen wollen, stünd es ihnen doch an,diesbezüglich aufzuklären- oder seh ich das gänzlich falsch…

    weiterhin provokante Grüße

    😉 Monika

  3. Boris

    Hallo Monika, ich kann Deinen Ärger komplett nachvollziehen (siehe link), halte jedoch Anwälte (Ausnahmen bestätigen die Regel) für die falschesten Ansprechpartner, da es Ihnen zu allerletzt um Aufklärung geht. Ich glaube, Du hast diesbezüglich schon Erfahrungen sammeln müssen.

    Und weiter meine ich, dass das Thema „suchmaschinenfreundliche Gestaltung von kommerziellen Webauftritten“ zu komplex ist , um es mit der vergleichsweise simplen Dialer-Problematik zu vergleichen.
    (Nebenbei: Es reicht mir schon, wenn ab und an mal ein Kunde mir die Mail eines Email-SEO-Angebotes aus Indien für 199,00 EUR rüberreicht, da brauch ich nicht noch die verkürzten Aussagen ahnungsloser Journalisten unter der Nase).

    Lange Rede, kurzer Sinn: Ich halte weder Anwälte, den Staat, die EU noch Journalisten für in der Lage, hier für Abhilfe zu sorgen. Das können allein zufriedene Kunden, die die Botschaft „Du, ich hab da jemanden, mit dem arbeite ich seit 2 Jahren zusammen und MEIN Internet macht mir Spass/Geld“ weitertragen.

    Oder?

    Boris

  4. mts

    Boris guten Abend Dir,
    habe lange nachgedacht,

    vielleicht kann ich meinen Ansatz damit erklären – lief mir heute über den Weg, als ich mich mit einem Shop befasste.

    Jedes Online Shop ist genau verpflichtet zu veröffentlichen unter welchen Bedingungen der Kunde kauft, zurückgeben kann oder nicht etc.

    Bewusst weiterhin provokant:

    „Wir“ WebDesigner und SEOs können verkaufen wie uns lustig ist – und solange es der Kunde nicht merkt.

    Klar ist Mundpropoganda eines der besten Marketinginstrumente – aber dies ist ja eine andere Baustelle :zwinker:, diese Baustelle mag ich sehr gern.

    lg

  5. Boris

    Hallo Monika,

    mein Eindruck ist, dass wir zwar eine ähnliche Diagnose stellen, aber was die Heilung betrifft, sehr verschiedener Meinung sind? Möglicherweise liebtst Du aber auch die sanfte Provokation 😉

    ***schnipp***
    Jedes Online Shop ist genau verpflichtet zu veröffentlichen unter welchen Bedingungen der Kunde kauft, zurückgeben kann oder nicht etc.
    ***schnapp***

    Ja, hast natürlich Recht, aber bitteschön, wie soll das im Fall von SEO genau gehen, was kann man dem Kunden !Sinnvolles! aufschreiben, was er nachvollziehen/nachprüfen/u.ä. kann? Die Details, die ich möglichst recht ausführlich ins Angebot schreibe, interessieren den Kunden im Verlauf der Zusammenarbeit zunehmend weniger, da er sie meist nur unter Schwierigkeiten nachvollziehen kann, i.d.R. extrem wenig Zeit hat und zuletzt eigentlich nur an EINEM interessiert ist: Was bleibt in der Kasse hängen?

    Oder die andere Variante: TOP10-Garantien – im Ernst: Die ich bisher zu Gesicht bekam, waren nicht als solche zu bezeichnen. Eine TOP10-Garantie für „Backer Schmidt in Buxtehude-Quarkplantage“ geben wir beide mit verbundenen Augen – also gar nicht, denn was solls, wem nützt es – das ist Marketing-Budenzauber. Oder: Die Garantien sind nur solange „garantiert“, wie Kunde für die Integration in SEOs Linkpowernetzwerk zahlt – auf eigenen Beinen steht der Kunde nicht, so dass er problemlos die Agentur wechseln könnte, wenn er wollte.

    Also was bitteschön, sollen

    – die Regierung/die EU in Gesetze/Verordnungen schreiben
    – die Anwälte anschließend einklagen?

    Ich kann es mir beim besten Willen nicht vorstellen, lerne aber gern dazu!

    ***schnipp***
    „Wir“ WebDesigner und SEOs können verkaufen wie uns lustig ist – und solange es der Kunde nicht merkt.
    ***schnapp***

    DAS hätte ich so nicht zu schreiben gewagt – denn es stimmt nicht, und das ist auch gut so.

    Wobei: Ein Körnchen Wahrheit wäre dran, wenn man sagte – solange der Kunde glücklich/zufrieden/nenneswieduwillst ist. Denn wir verkaufen ja tatsächlich so etwas wie ein Versprechen (ähnlich dem Anlageberater ;-), und solange die Rendite stimmt, ist alles in Butter. Ich meine, wir verkaufen dieses Versprechen zu 95% über unsere Person, unsere Integrität usw. Und zusätzlich kommen an dieser Stelle wieder die glücklichen Kunden ins Spiel, die euphorisch weitererzählen, dass nach Jahren des Eingestaubtseins plötzlich Bewegung auf Ihre Webseite gekommen ist. Bessere Verkäufer kann sich kein Dienstleister wünschen 😉

    Grüße aus dem verregneten Berlin
    Boris

  6. werbeagentur

    Webdsign und Seo sind doch noch gar keine anerkannte Berufe oder?
    cityworld24.de

    edit von mts:

    Herr oder Frau Werbeagentur, Werbeagentur ist auch kein Name, 😉